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Gelbstständigkeit mehr auf Ackerbau, Viehzucht, Imkerei u. s. m.angewiesen waren, durch Anpassung an die neue Produktions-weise wenigstens ihre Existenz retten, gehen die durch denFischreichthum ihrer Heimath, durch den Ueberfluß an Wildund die einträgliche Seeräuberei verwöhnten Obotriten ihremgewaltsamen Ende entgegen. Der Gedanke, sich um ihrersächsischen und römischen Bedrücker willen zu Sklaven desPfluges, zu Kuhhirten und Geflügelzüchtern zu erniedrigen,ist ihnen im Innersten des Herzens zuwider. Und so sehenwir denn das tapfere Obotritenvolk eine Lehre, welche sichihm als „Religion der Liebe" vorstellte, in Wirklichkeit jedochim Bunde mit Mord, Raub und Plünderung einherging,standhaft von sich abweisen und lieber den Tod ertragen, alsdie Knechtschaft einer wirthschastlichen Ordnung, die zu ihrerwilden Waldesfreiheit in schroffem Gegensatz stand.
Mr» KreitMg gegen Mecklenburg. Es liegteine gewisse Großartigkeit in der Art, wie die ObotritenMecklenburgs in den Tod gingen. Es berührt uns heut ganzseltsam, wenn wir lesen, daß es dereinst eines wirklichen, echtenKreuzzugs bedurfte, um die mecklenburgischen Wenden in denMachtbereich der alleinseligmachenden Kirche und der damalsherrschenden Produktionsweise zu ziehen. Dem nach der Welt-herrschaft lüsternen Papstthum war das von Morästen, Seenund Wäldern bedeckte Ländchen am Ostseestrande nicht zu schlecht,um es seiner geistlichen Universalmonarchie einzuverleiben. Schonwar die Eifersucht auf die Erfolge der sächsischen Eroberer inRom erwacht, und so benutzte man die glaubenseifrige Strömungdes von dem fanatischen Abt Bernhard von Clairsau^ins Werk gesetzten zweiten Kreuzzuges (1147), um auch das