Buch 
Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
Entstehung
Seite
59
JPEG-Download
 

59

Generäle mit einer Truppenmacht von 14 000 Mann nach,Mecklenburg zu entsenden. Vergebens wandte sich Karl Leopoldan den König von Preußen, mit dem er kurz vorher ein Bünd-niß geschlossen hatte*), um Hilfe. Dieser schlaue Autokrat, derseip Geld und seine Soldaten hübsch zusammenzuhalten wußte,sagte ihm zwar seine Fürsprache beim Kaiser zu, aber dieselbewar wenig nütze, denn im Februar 1719 rückten die Executions-truppen über die mecklenburgische Grenze, um den halsstarrigenHerzog endlich zur Raison zu bringen.

Zwar blieben Carl Leopolds schwächere Truppen, dieunter dem Befehl des später in den preußischen Kriegen be-kannter gewordenen Generalmajors Schwerin standen, ineinem kleinen Gefecht bei Wahlsmühlen siegreich, doch mußtensie sich vor der Uebermacht der Gegner auf Schwerin und als-dann weiter nach dem östlichen Mecklenburg zurückziehen DieExecutionstruppen folgten ihnen auf dem Fu' nach, uno dasEnde des ganzen Handels war, da' Karl Leopold, der sichbei demselben nicht gerade als ein Held benommen hatte, vordem Kaiser zu Kreuze kroch, indem er nicht nur seine gegenden Adel ergriffenen Maßregeln zurücknahm und seine RostockeiFestungspläne fallen ließ, sondern auch seine hübsche kleineArmee, die so wacker retirirt war, bis auf einen geringen Restauflöste. Mit diesem zog sich der Herzog nach der kleinerFestung Dömitz zurück, die ihm der Kaiser vorläufig über-lassen hatte.

Da saß nun Karl Leopold auf den Trümmern seinererträumten Herrlichkeit und erging sich in tausend Plänen, umsein absolutistisches Kartenhaus von neuem aufzurichten.Zwischendurch jedoch fand er noch Zeit zu einem Herzens-roman, in dem er die wenig rühmliche Rolle spielte, die einstKönig David seinem Feldherrn Urias gegenüber gespielt hatte.

*) Zwischen Mecklenburg und Preußen bestand und besteht nochein Erbsvlge-Vertrag, der Preußen die Nachfolge in Mecklenburgsichert.