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Kinder sind, fühlen sie, bei ihrer verfeinerten Empfindung?»weise, Scham und Gewissensbisse statt jener, die ihre Sündenund Schurkereien ohne Scham und ohne Gewissensbisse be-gingen.
Nicht um die Sünden und Laster der einzelnen Indivi-duen ist es indessen der proletarischen Geschichtsbetrachtung inerster Linie zu thun, wenn sie auch nicht darauf verzichtenkann, immer wieder auf den ungeheuerlichen Gegensatz hinzu-weisen, der zwischen den heuchlerischen Worten und den allessittlichen Maaßes spottenden Thaten jener Urvater der herrschendenKasten besteht.
Vielmehr handelt es sich für sie darum, aus demwechsclvollen Strome der abgelaufenen Entwickelung diejenigenErscheinungen und Thatsachen herauszugreifen, die am bestenzur Charakteristik der sozialen Klassenkämpfe dienen, in welchesich die Geschichte der Menschheit in letzter Linie auflöst.
Im Spiegel der Vergangenheit will der Proletarier dasWerden, Blühen und Sinken der gesellschaftlichen Elementebeobachten, die ihm bis auf den heutigen Tag, feindselig ent-gegenstehen, will er ihr Wesen kennen und ihre Lebenskraftabschätzen lernen, um ihnen nicht mehr mit der blöden Mienedes Eingeschüchterten, sondern mit dem überlegenen Lächeln desWissenden gegenüberstehen.
In demselben Spiegel aber will er auch das Werdenseiner eigenen, noch im Aufstieg begriffenen Klasse kennenlernen, um nicht nur im Strome der proletarischen Bewegungunbewußt als „Einer von den Vielen" mitzuschwimmen,sondern als klar sehender, bewußter Kämpfer das Zehnfache,Hundertfache an Kraft für die gerechte Sache seiner Klasseeinzusetzen, die zugleich die Sache der überwiegenden Mehrheitdes Menschengeschlechts ist.
Treibt Geschichte!
Das iÜ die Mahnung, die nicht laut und nicht oft genugan das Ohr des proletarischen Volkskämpfers erklingen 'rann.