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geworfen, und das gedemüthigte Parlament registrirte ohneWiderspruch nicht weniger als dreizehn neue Steuer-edikte.
Der „Glanx der Krone". Mazarin triumphirte.Die Königin-Regentin, deren geheimer Rathgeber er währendder Unruhen der Fronde beständig geblieben war, überließ ihmnun vollkommen die Führung der Staatsgeschäfte. Er hattejetzt, dank der Willfährigkeit des gedemüthigten Parlaments,Geld, so viel er wollte, nnd konnte nun daran denken, denwährend der inneren Unruhen ein wenig verblichenen „Glanzder Krone" wieder ein wenig aufzufrischen. Die französischenHeere waren nach und nach aus Italien, Spanien und denNiederlanden verdrängt worden, und das immer noch mitFrankreich rivalisirende Spanien war sogar an einigen Punktensiegreich vorgedrungen.
Jetzt, nach dem Siege über die Fronde, wandte sich dasBlatt: im Bunde mit englischen Truppen brachte das französischeHeer den Spaniern eine entschiedene Niederlage (bei Dün-kirchen, 1657) bei, durch welche die spanischen Habsburgerendgültig ihres Uebergewichts zu Gunsten der Bourbouen ent-kleidet wurden. Der pyrenäische Friede (1659) brachtenicht nur ganz beträchtliche spanische Ländergebiete an die KroneFrankreichs, sondern begründete auch, durch die Verlobung desjungen Königs Ludwig mit der spanischen Prinzessin MariaTheresia, die Erbansprüche der Bourbonen auf die spanischeKrone, die noch zu Ludwigs Lebzeiten erfüllt werden sollten.
Mit dem Westen war abgerechnet — nun kam der Osten,kam Deutschland an die Reihe. Um dieses Land dem fran-zösischen Einfluß zu unterwerfen, schloß Mazarin mit den Kur-fürsten von Mainz, Trier, Köln und Baiern sowie mit denwelfischen Hause, dem Landgrafen von Hessen und dem Königevon Schweden, der im Reiche einige Gebiete besaß, den vor-geblich zur Aufrechterhaltung des westfälischen Friedens be-stimmten „Rheinbund", der es Frankreich ermöglichte, hinfort