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Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
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zu säen, indem er die Verheiratung Karls H. von Englandmit einer Portugiesischen Jnsantin durch seine Diplomatenfördern ließ und die Mittel zur Ausrüstung eines englischenHeeres bewilligte, das in Portugal einfiel und die Unabhängig-keit dieses Landes wieder herstellte (1665).

Gegen Spanien. So hatte er gleich vom Beginnseiner Regierung au überall seine Hände im Spiele dieregierenden europäischen Karpfen sahen bald, daß ein böserRaubfisch in ihren Teich eingedrungen war. Sprüchwörtlichund vorbildlich wurde die Verrätherei, Gewissenlosigkeitund Tücke der französischen Diplomaten.

Bald traten sie im Namen ihres ländergierigen Königsmitgreifbareren" Forderungen hervor. Als Philpp IV. starb,verlangte Ludwig, obschon seilte Gemahlin ausdrücklich auf jedeErbfolge in Spanien verzichtet hatte, die unter spanischerHoheit stehende Herrschaft Brabant nebst einigen anderen Theilender spanischen Niederlande. Nachdem er sich der FreundschaftHollm ds versichert, den Königen von England und Portugalmit Gold den Mund gestopft und die deutschen Fürsten desRheinbundes bestimmt hatte, ihm den deutschen Kaiser vomHalse zu halten, ließ er (1667) seine Truppen die Grenze derspanischen Niederlande (des heutigen Belgien) überschreiten.Fast ohne Schwertstreich wurde das Land eingenommen undim folgenden Jahre zwischen Ludwig und der Regcntin vonSpanien der Friede von Aachen geschlossen, in welchemFrankreich eine ganze Reihe von südbelgischen Festungen,darunter Charleroi, Douai, Tournai und Lille abge-treten wurden.

Ganz Europa war ebenso verwundert wie geängstigtdurch diesen Erfolg des französischen Königs.Ludwig XIV.überttifft alle seine Vorgänger in seinen heroischen Tugendenund im Glück", schrieb damals schwülstig der venetianischeGesandte in Paris, In Wirklichkeit halte sich Ludwig ausseinem Harem nicht herausgerühil vielmehr hatten seineFeldherren Turenne und Condö, vor allem aber seine Du-