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katen, die alle Verbündeten und Freunde von Spanien ab»wendig machten, jenen kriegerischen Erfolg errungen.
Gegen Holland. Das nächste Opfer, das Ludwig inSAuge faßte, war die oligarchische Bourgeois-Republik Holland,die durch Handel und Gewerbfleiß sich unter die ersten StaatenEuropas aufgeschwungen hatte und den französischen Macht»habern längst ein Dorn im Auge war. Im Anfang des Jahres1672 hatte Ludwig alle Vorbereitungen zu einem Feldzugegegen Holland getroffen, die feigen niederländischen Schmeer»bäuche aber erniedrigten sich so weit, daß sie den Despotendemüthig um Gnade baten: „Befehlen Ew. Majestät", winselteder niederländische Gesandte, „daß wir vollkommen abrüsten,so werden wir sofort gehorchen."
Ludwig aber wies dieses Anerbieten zurück: mit einerArmee von 120,000 Mann, darunter 30,000 rhein-bündlerische, deutsche Hülfstruppen, nahm er das dem bran-denburgischen Kurfürsten gehörende, jedoch den Holländern ver-pfändete Eleve ein und marschirte von da aus über die hol-ländische Grenze. Die entmuthigte Armee der Niederländerwich vor ihm zurück, ließ ihn ungehindert den Rhein über-schreiten und übergab ihm eine Festung nach der andern.
Schon wollten die holländischen Geldsäcke Frieden schließen,einen großen Theil ihres Landes an den Eroberer abtreten undihm für den übrigen Theil den Lehnseid leisten. Da erhob sichdas holländische Volk wie ein Mann, erschlug die Häupter deraristokratischen Partei, die Brüder de Witt, und durchstachdie schützenden Meeresdämme, so daß die Fluth sich über dasLand ergoß und die Franzosen zum Rückzug zwang. Wi lh elm II.von Oranien übernahm die Führung des Volksheeres, undAdmiral Ruyter vertheidigte die Küste mit Erfolg gegen dasfranzösische Geschwader, das noch durch die Schiffe des mitGeld gekauften englischen Königs verstärkt war.
'Tnd nun, da die französischen Heere ins Wanken gerathenwaren, griffen auch die übrigen Mächte zu. Spanien, Branden-burg, der deutsche Kaiser kamen den Bedrängten zu Hilfe.