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Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
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habe ich erfahren, daß fast der zehnte Theil des Volkes amBettelstäbe ist und in der That bettelt, daß von den neunandern Theilen fünf nicht im Stande sind, jenen ein Almosenzu geben, daß von den übrigen vier wieder drei ganz und gärvon Schulden und Rcchtshändeln erdrückt werden, und daß derNest, unter welchen ich einzelne Männer des Heeres, des Ge-richts und der Geistlichkeit, den Adel, Beamte, gute Kaufleuteund wohlhabende Bürger stelle, höchstens auf hunderttausendFamilien zu rechnen ist." So sprach der nüchterne, vorsichtigeStatistiker, der Minister des Königs. Der radikale Parla-mentsrath Boisguillebert aber zeichnet die Situation mitden scharfen Worten:Fünfzehn Millionen Menschen sprechengegen dreihundert Personen, die sich an deren Untergang be-reichern."

Die mehr als dreißig Kriegsjahre der Regierung Ludwigshatten Frankreich gegen 9 Milliarden Franken (nach heutigemGelde) an baaren Auslagen gekostet. Die Verluste am Volks-wohlstände waren nicht zu schätzen das Land war auf dietiefste Stufe des Elends gesunken. Die Staatsschuld betrugüber 10 Milliarden Franken, die Münzzettel und Schatzscheinestanden auf 20 Prozent und niedriger. Das FrankreichLudwigs XIV. war bankerott.

Am 1. September 1775 starb der Bankerottenr. SeinSarg wmde bei der Fahrt durch die Straßen von Paris mitSchimpfreden und Flüchen, mit Schmutz- und Steinwürsen ver-folgt. Rings in den Provinzen erhob sich ein Jubelgeschrei,überall wurden Dankgebele gehalten.

Aber auf Ludwig XlV. folgt Ludwig XV., und erstaus diesen Ludwig XVI., der Gerichtete des Jahres 1793.

Druck: JaniSzewSki L Quiit, Berlin 8., Dresdenerstr. 38.