Buch 
Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
Entstehung
Seite
62
JPEG-Download
 

62

sein Enkel, sein ältester Urenkel, alle drei Thronfolger, alledrei den Namen Ludwig tragend, starben in einem Jahre dahin,vom Gifte des Herzogs von Orleans beseitigt, wie die öffent-liche' Meinung annahm. Welche furchtbare Parodie auf dasselbstherrliche Cäsarenthuml Ein zweijähriges Kind nur bliebübrig als Erbe der Krone Frankreichs.

Die allgemeine Erschöpfung der kriegführenden Mächteführte den Streit um die spanische Erbfolge von selbst seinemEnde entgegen. So viel war klar, daß Ludwig überall denKürzeren gezogen hatte, wenn auch die Gegner selbst nicht mehrallzu fest auf den Füßen standen. Schon 1710 hatte Ludwigwegen des Friedens zu unterhandeln begonnen. Er wollte dieganze spanische Erbschaft herausgeben und alles bewilligen, wasdie Verbündeten verlangten, um nur Ruhe zu bekommen. Erwollte sogar die Kosten, welche die Vertreibung seines EnkelsPhilipp aus Spanien verursachen würde, auf sich nehmen undso zum Schaden selbst noch die Schmach fügen. Seine Gegneraber, namentlich die Holländer, kannten in ihrem Rachegefühlkeine Mäßigung: sie wollten Ludwig zwingen, mit seiner eigenenArmee Philipp aus Spanien zu verjagen und durch dieseSelbsterniedrigung den einstigen Hochmuth zu büßen. Dawandte sich das Blatt noch einmal zu Gunsten der Bourbonm:das mächtige England trat auf ihre Seite, und so behieltPhilipp V. wenigstens das spanische Stammland, während dieübrigen Länder der spanischen Krone theils an den Oesterreicher,theils an das Haus Savoyen kamen.

Finale. Das war der Friedensschluß von Utrechtund Nastatt, 171314. Er hat, obschon im letzten Augen-blick noch die schlimmste Demüthigung von Ludwigs Hauptabgewandt wurde, das Werk seines Lebens doch in würdigerWeisegekrönt." Frankreichs Kraft war bis aufs Mark auf-gezehrt von diesem einen Menschen. In seinem Buche überdenköniglichen Zehnten", das zuerst eine vernünftige und ge-rechte Besteuerung alle Bevölkerungsklassen vorschlug, sagt dertreffliche Vauban:Durch alle Forschungen, die ich angestellt,