Band 
[Erster Band. - Zweiter Band.]
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"L.

darum beweget mich die klagende Stimme deiner ersten Mi-nute so sehr; ich sehe an so manchen Jahren deines LebensThränentrotzfen stehen, darum erbarmet mich dein Auge sosehr, das noch trocken ist, weil dich blos dein Körper schmer-zet. — Ohne Lächeln kömmt der Mensch, ohne Lächelngeht er, drei fliegende Minuten lang war er froh. Ich habedaher mit gutem Vorbedacht, lieber Gustav! den frischenMai deiner Jugend, von dem ich ein Landschaftsstück inselende Fließpapier hincindrücken soll, bis in den Mai deSWetters aufgehoben, um jetzo, da alle Tage Schöpfungs-tage der Natur sind, auch meine Tage dazu zu machen, umjetzo, da jeder Athemzug eine Stahlkur ist, jeder Schrittvier Zolle weiter und das Auge weniger vorn Augenlicdverhangen wird, mit fliegender Hand zu schreiben und mit, einer elastischen Brust voll Athem und Blut! —

Zum Glück bleibt es vollends vorn 2ten bis zum27sten Mai (länger beschreib' ich nicht daran) recht hüb-sches Wetter; denn ich bin ein wenig ein meteorologischer6Iuir vo^nnt und mein kurzes Bein und mein langes Ge-sicht sind die besten Wetterdarmsaiten in hiesiger Gegend.

Da Erziehung weit weniger am innern Menschen (undweit mehr am äußern) ändern kann, als Hofmeister sicheinbilden: so wird man sich wundern, daß bei Gustav ge-rade das Gegentheil eintrat; denn sein ganzes Leben klangnach dem Ehorton seiner überirdischen, d. h. unterirdischenErziehung. Der Leser muß nämlich aus seinem ersten Sek-tor noch im Kopfe haben, daß die Herruhutisch gesinnteObristsorstmeisterin von Knör ihre Tochter Ernestine nurunter der Bedincfnng sich selber durch das Schach ausspielenließ, daß der «gewinnende Bräutigam in den Ehepakten ver-spräche, das erste Kind acht Jahre unter der Erde zu er-ziehen und zu verbergen, um dasselbe nicht gegen die Schön-