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zieht als daS Sehen zum -Hören. Ein anderer hätte zu die-sem pädagogischen Hebebaum statt der Reißfeder den Fidel-bogcn oder die Klaviertaste genommen; aber der Geniusthat es nicht; das Gefühl für Malerei entwickelt sich wieder Geschmack sehr spät und bedarf also der Nachhülfe derErziehung. Es ist der frühesten Entwicklung werth, weiles das Gitter wegnimmt, das uns von der schönen Naturabsondert, weil es die phantasierende Seele wieder unterdie äußern Dinge hinaustreibt und weil es das deutscheAuge zur schweren Kunst abrichtet, schöne Formen zu fas-sen. Die Musik hingegen trifft schon im jüngsten Herzen(wie bei den wildesten Völkern) nachtönendc Saiten an; jaihre Allmacht büßet vielmehr durch Uebung und Jahre ein.Gustav lernte daher als Taubstummer in seiner taubstummenHöhle so gut zeichnen, daß ihm schon in seinem dreizehntenJahre sein Hofmeister saß, ein schöner Mann, der weiterunten im Buche auftreten muß.
Und so floß beiden ihr Leben sanft in der Katakombewie eine Quelle davon. Der Kleine war glücklich^ dennseine Wünsche langten nicht über seine Kenntnisse hinausund weder Zank noch Furcht rissen seine stille Seele ausein-ander. Der Genius war glücklich; denn die Ausführungdieses zehnjährigen Baues würd' ihm leichter als der Ent-schluß. desselben; der Entschluß drängt alle Schwierigkeitenund Entbehrungen auf einmal vor die Seele. Die Ausfüh-rung aber stellet sie weit auseinander und giebt uns erst dasInteresse daran durch die sonderbare Freude, ohne die manbei tausend Dingen nicht ausdaucrte — etwas unter seinenHänden täglich wachsen zu sehen.
Für beide Menschen war cS gut, daß unten in diesemmoralischen Treibhaus ein Schulkamerad Gustavs mit wohnte,der zugleich ein halber Kollaborator und Adjunktns des Genius