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letzten Woche erst fing der Genius auf einmal an, seinemilde Lehrstimme zu der noch weichern Singstimme deSberrnhutischen Kirchengesanges zu verklären und das sehn-süchtige Sterbelied vorzutragen, indeß er durch Veranstaltun-gen sich oben von einem Waldhorns — dieser Flöte derSehnsucht — begleiten ließ; und die ziehenden Adagio-Klagensanken durch die dämpfende Erde in ihre Ohren und Herzenwie ein warmer Regen nieder. . . .
Gustavs Auge stand in der ersten Freudenthräne —sein Herz drehte sich um — er glaubte, nun stürb' es anden Tönen schon.
O Musik! Nachklang aus einer entlegenen harmoni-schen Welt! Seufzer des Engels in uns! Wenn das Wortsprachlos ist, und die Umarmung und das Auge, und dasweinende, und wenn unsre stummen Herzen hinter demBrust-Gitter einsam liegen: o so bist nur du es, durchwelche sie sich einander zurufen in ihren Kerkern und ihreentfernten Seufzer vereinigen in ihrer Wüste! —
Wie bei einem wahren Sterben näherte der Geniusseinen Zögling in diesem nachgeahmten, auf der Stufenleiterder fünf Sinne dem Himmel. Er schmückte den scheinbarenTod zum Vortheile des wahren mit allen Reizen aus undGustav stirbt einmal entzückter als einer von uns. Anstattdaß andere uns die Hölle offen sehen lassen: verhieß er ihm,er werde wie Stephanus an seinem Sterbetage den Himmelschon offen sehen, eh' er in ihn ausstcigc. —- Dies geschahauch. Ihr unterirdisches Josaphats Thal hatte außer dererwähnten Kellertreppe noch einen langen wagrechten Kreuz-gang, der am Fuße deS Bergs ins Thal und ins Dörfchendarin offen stand, und den zwei Thüren in verschiedenenZwischcnräumen sperrten. Diese Thüren ließ er in der Nachtvor dem ersten Junius, als blos die weiße Mondsichel am