Band 
[Erster Band. - Zweiter Band.]
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-Horizonte stand und wie ein altergraues Angesicht sich inder blauen Nacht nach der versteckten Sonne wandte, mitten

in einem Gebete unvermerkt aufziehen-und nun siehst

Du, Gustav, zum ersten Male in Deinem Leben unv auf denKnieen, in das weite 9 Millionen Quadratmeilen großeTheater des menschlichen Leidens und Thuns hinein; abernur so wie wir in den nächtlichen Kindheitjahren und unterdcni Flor, womit uns die Mutter gegen Mücken überhüllte,blickest Du in das Nachtmeer, das vor Dir unermeßlichhinaus steht mit schwankenden Blüthen und, schießendenFeuerkäfern, die sich neben den Sternen zu bewegen scheinenund mit dem ganzen Gedränge der Schöpfung! — — O!Du glücklicher Gustav; dieses Nachtstück bleibt noch nachlangen Jahren in Deiner Seele wie eine im Meer unterge-sunkene grüne Insel hinter tiefen Schatten gelagert und siehtDich sehnend an wie eine längst vergangene frohe Ewig-keit. . . . Allein nach wenigen Minuten schloß der Geniusihn an sich und verhüllte die suchenden Augen mit seinemBusen; unvermerkt liefen die Himmelsthüren wieder zu undnahmen ihm den Frühling.

In zwölf Stunden steht er darin; aber ich werde or-dentlich beklemmt, je näher ich mich zu dieser sanften Auf-erstehung bringe. Es rührt nicht blos daher, daß ich nurein einziges Mal in meinem Leben einen solchen, des Him-mels werthen Geburtstag, wie Gustavs seinen, in meinemKopfe auf- und untergehen lassen kann, einen Tag, dessenFeuer ich an meinem Pulse fühle nnd wovon nur Wider-schein aufs Papier herfällt — auch nicht blos daher kommtes, daß nachher der schöne Genius ungckannt von Autorund Leser wegziehet — sondern daher am meisten, daß ichmeinen Gustav aus der stillen Demantgrube, wo sich derDemant seines Herzens so durchsichtig und so strahlend und