seinem Schlösse stachen. Außer sich kommt er im Schloßhof an-gestürmt, um nachzusprengcn und um es — bleiben zu lassen.Denn oben au der Hausthüre stand die in einen Knaul zu-saiumengclausne Schloß-Genossenschaft schon um den Gustav,die Schloßhunde bellten ohne einen gescheidren Grund zuhaben, und alles sprach und fragte so, daß man gar keineAntwort des Kleinen vernahm. Der vorbeifliegende Wagenharte ihn ausgesetzt. Am Halse hing in einem schwarzenBande sein Portrait. Seine Augen waren roth und feuchtvon den Qualen der Heimsucht. Er erzählte von langenlangen Häusern, wofür er Gassen hielt, und von seinemSchwesterchen, das mit ihm gespielet, und vorn neuen Hute;es wär' aber keine Seele daraus klug geworden, hätte nichtder Koch eine entfallnc Karte zu seinen Füßen erblickt. Dieselas der 'Rittmeister und sah, daß er sie nicht lesen sollte, son-dern seine Frau. Er vcrdollmetschte es aus dem mit weib-licher Hand geschriebenen Italienischen so: ^
„Kanu sich denn eine Mutter bei einer Mutter entschul-digen, daß sie ihr Kind ihr so lang entzogen? Wenn Siemir auch meinen Fehler nicht vergeben: ich kaun ihn dochnicht bereuen. Ich traf Ihren lieben Kleinen vor drei Ta-gen ine Walde irrend an, wo ich ihn in meinen Wagen stahl,um ihn vor schlimmern Dieben zu bewahren und um seineEltern auszusenden. — Ach, ich will es Ihnen nur sagen:ich hätt' ihn auch mitgenommen, wenn auch beides nicht ge-wesen wäre. O nicht, weil er so himmlisch schön, sondernweil er so ganz, sogar bis auf die Haare wie mein theurerVerlorner Guido aussieht, kann ich ihn kaum lassen. Ach essind schon viele Jahre, daß mir das Schicksal auf eine son-derbare Art mein liebstes Kind lebendig aus dem Schoosgenommen. Ihres kommt heute wieder, meines vielleicht nie!— Das Hals-Gehenk verzeihen Sie. Das Portrait werden