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Sie für seines halten, so ähnlich ist er meinem Sohn; aberes ist das meines Guido. Sein eignes ließ ich mir auch ma-len und behalt' es, um das Ebenbild meines Guten doppelezu haben. Sollt' ich einmal Ihren Gustav aufgeblüht zuGesicht bekommen: so würd' ich ihn lange anschauen, ichwürde denken, so muß mein Guido jetzt auch aussehen, soviel Unschuld wird er auch im Auge haben, so sehr wird erauch gefallen. — Ach meine Kleine weint, daß ihr Spiclge-nosse wieder wegfahren soll — und ich thu' es auch; sie gibtnur einen Bruder, aber ich einen Sohn zurück. Mögen Sieund er glücklicher sein! — Meinen Namen schenken Sie mir."
Sie ricthen alle über die Verfasserin hin und her. DerRittmeister allein sagte traurig nichts; ich weiß nicht ob auSKummer über die Erinnerungen an seinen ersten VerlornenSohn, oder weil er gar wie ich, über die ganze Sache dachte.Ich vermuthe nämlich, der Verlorne Guivo ist eben sein eig-nes Kind; und die Briefstellern: ist die Geliebte, die ihm derKommerzien-Agent Nöpcr aus den Händen gewunden hatte.Ich werde erst nachher sagen warum.
Gustavs Schönheit kann man erstlich aus der Vernunftoder von vornen darchun, zweitens von hinten. Sein Treib-haus, das ihn auferzog und zudeckte, bleichte ganz natürlich' seine Lilienhaut zu einem weißen Grund, auf welchem zweiblaffe Wangenroscn oder nur ihr Widerschein und die dun-klere feste Rosenknospe der Oberlippe geblasen waren. SeinAuge war der offene Himmel, den ihr in tausend fünfjährigenund nur in zehn fünfzigjährigen Augen antrefft; und diesesAuge wurde noch dazu von langen, Augenwimpern und vonetwas Schwärmerischem verschleiert oder verschönert. Endlichhatten weder Anstrengung, noch Leidenschaften, ihren Wald-Hammer und die scharfen Lettern desselben in dieses schöneGewächS geschlagen und ihm war noch kein TodeSurtheil,