Band 
[Erster Band. - Zweiter Band.]
Seite
118
JPEG-Download
 

118

gelehrte Köpft abschatten, entzweidrücken; sein Herz hingegenließ sich verarbeiten aus einem Hochaltar der Natur zueinem Drahtgestell des A. Testaments, aus einer Himmels-kugel zu einem engen Paternosterkügelchen der Frömmelei,oder gar zu einer Schwimmblase der Weltklugheit — wahr-haftig, ich konnte ein Tropf sein und ihn zu einem noch grö-ßer» machen. .. .

Dich Trauten! Dich Arglosen, Freundlichen, der DuDich mit Deinem ganzen Schicksal, mit Deiner ganzen Zu-kunft in meine Arme warfst! — O es thut mir schon wehe,daß so viel von mir abhängt! —

Da aber vom Hofmeister meiner künftigen Kinder ebenso viel abhängt: so will ich für ihn hier folgende Erzieh-Vorlegblätter drucken lassen, die er nicht übel nehmen kann,weil ich den guten Mann ja noch nicht kenne und nichtmeine.

„Mein lieber Hr. Hofmeister!"

„Wär' ich der Ihrige: so setzten Sie sich gewiß niederund schrieben mir folgende recht gute Lehren auf:

„Die Naturgeschichte sei das Zuckerbrod, daß der Schul-meister dem Kinde in der ersten Stunde in die Tasche steckt,um es anzuködern, — so auch Geschichten aus der Ge-schichte. Aber nur nicht komme die Geschichte selbst! Waskönnte nicht diese hohe Göttin, deren Tempel auf lauter Grä-bern steht, aus uns machen, wenn sie uns zum erstenmaledann anredete, wann unser Kopf und Herz schon offenwären und beide die großen Wörter ihrer Ewigkeitsprache —Vaterland, Volk, Regierform, Gesetze, Rom, Athen — ver-ständen? — Was Hr. Schröckh anlangt, der noch ehrlicheGelehrtenhistorie und reine Waisenhaus-Moral mit beige-schaltet, so schneiden Sie mir, Hr Hofmeister, nur nicht aus