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[Erster Band. - Zweiter Band.]
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gen drängt keine Frau mehr ihren eingepuderten infnlicrtenKopf durch das klassische enge Kummet, Wenns nicht Her-mes Töchter thun. Dieses war meinem Leser noch eher be-kannt als mir, weil ich jünger bin — so wie uns beidenauch das jetzige bessere Kommentieren, Nezensteren und Ueber-setzen der Alten bekannt genug ist. Nur wuchs mit demWerthe ihrer Verehrer nicht die Zahl dieser Verehrer; alleandre Wissenschaften theilen sich jetzt in eine Universalmo-narchie über alle Leser: aber die Alten sitzen mit ihren we-nigen philologischen Lehnsleuten einsam auf einem S. Ma-rino-Felsen. Es gibt jetzo nichts als Vielwisser, die allesgelesen haben, nur die Alten nicht.

Der Geschmack am Geiste der Alten muß sich so gutabstumpfen als der an ihrer Sprache. Ich behaupte nicht,daß man in den klassischen Papagaien-Jahrhundcrten diesenGeist besser fühlte als jetzo; denn Vossius hing am Lukan,Lipsius am Sencka, Kasaubon am Persins; ich sage nicht,daß damals ein Faust, eine Jphigenie, eine Messiave, einDamokles geschrieben wurden wie jetzt. Allein ich rede vomjetzigen Geschmack des Volks, nicht des Genies.

Wenn der Geist der Alten in ihrem geraden festenGang zum Zweck bestand, in ihrem Hasse des doppeltendreifachen Manschetten-Schmucks, in einer gewissen kind-lichen Aufrichtigkeit: so muß es uns immer leichter werden,diesen Geist zu fühlen, und immer schwerer, ihn in unsreWerke zu hauchen; mit jedem Jahrhundert müssen in unsermStyle die Ein-, Ueber- und Rücksichten mit unserm Lernenschimmernd wachsen; die Fülle unserer Komposizion mußihre Nünde verwehren; wir putzen den Putz an, binden LeuEinband ein un! ziehen ein Neberkleid über das Ueberklew;wir müssen den weißen Sonncnstral der Wahrheit, da eru»8 nicht mehr zum erstenmale trifft, in Farben zersetzen uns