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anstatt baß die Alten mit Worten uns Gedanken frei-gebig waren, sind wir mit beiden sparsam. Gleichwol ist'sbesser, ein Instrument von 6 Oktaven zu sein, dessen Töneleicht unrein und in einander klingen, als ein Monochord,dessen einzige Saite sich schwerer verstimmt: und es wäreeben so schlimm, wenn jeder als wenn niemand wie Mon-boddo schriebe.
Mit unserer Unfruchtbarkeit an Werken im alten Stylnimmt zugleich der Geschmack für diese Werke zu. DieAlten fühlten den Werth der Alten — nicht; und ihre Ein-fachheit wird blos von denen genossen, vdn denen sie nichterreicht werden, von uns. Ich denke, aus diesem Grunde:die griechische Einfachheit ist von der der Morgenländer,Wilden und Kinder nur durch das höhere Talent ver-schieden, womit das heitere griechische Klima jene Simpli-zität auszeichnete. Das ist die angeborne, nicht erwor-bene. Die künstliche, erworbene Einfachheit ist eine Wir-kung der Kultur und des Geschmacks; die Menschen desl8ten Jahrhunderts wüten erst durch Sümpfe und Gießbachezu dieser Alpenquelle hinaus; wer aber droben bei ihr ist,verlässet sie nie mehr, und nur Völker, nicht Einzelne könne»von Monboddo's Geschmack zu Balzac's seinem herabfalle».Dieser erworbnc Geschmack, den das junge Genie immer an-lastet und das bejahrte meistens bekennt, muß von Messe zuMesse durch die Uebung an allem Schönen, bei Einzelwesenempfindlicher und schärfer werden; die Völker selber aberverlieren sich jedes Jahrhundert weiter von den Grazien weg,
') In der Erzählung des Klndcö ist die nämliche Berschmähungdes Putzes, der Seitenblicke »nd der Kürze, dieselbe Naivetät,die uns oft Laune zu sein scheint und keine ist und dasselbeVergessen des Erzählers über die Erzählung, wie in dcu Erzählungen der Bibel, der älteru Griechen u.