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Ausbildung der Seele dingen will: der vergißet, daß jedeSprache es kann; und daß eine unähnlichere, wie die orien-talischen, es noch besser kann, und daß diese Ausbildung unszuweilen so theuer zu stehen kommt als manchem Baron seinFranzösisches. Die Griechen und Römer wurden Griechenund Römer ohne die formale Bildung von griechischen undlateinischen Autoren — sie wurden es durch Regierungund Klima.
Es ist ein Unglück für das Schönste, was der mensch-liche Geist geboren hat, daß dieses Schönste unter den Hän-den der Primaner, Sekundaner und Tertianer zerrieben wird. daß das Scholarchat glauben kann, die bessere AuSgabeoder die besseren Nominal- und Real-Erklärungen setzten diesungen Gvmuasiasten mehr in Stand, die erhabenen klassi-schen Ruinen zu fassen, als eine bessere von Druckfehlern ge-säuberte Ausgabe des Shakespeare und die beigefügten No-vellen nebst den Noten einen Schulmann oder Franzosen inStand setzen würden, die Augen vor diesem englischen Ge-nius auszuschließen — daß sonach das Scholarchat sich ein-bildet, einen Hämling oder Täufling erhalte niebts kalt gegendie Reize einer Kleoparra als die Hüllen dieser Reize — unddaß die Schölarchate nicht mir und der Natur nach-gehen *'). — —
Die Natur erzieht nämlich unsern Geschmack durch vor-ragende Schönheiten für feinere; der Jüngling zieht denWitz der Empfindung vor, den Bombast dem Verstand, denLukan dem Virgil, die Franzosen den Alten. Im Grundehat dieser minderjährige Geschmack nicht darin Unrecht, daßer gewisse niedere Schönheiten stärker empfindet als wir, son-
'j Fühlen denn alle Deutsche die Mcsfiadc, die der deutschenSprache und biblischen Geschichte kundig sind?
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