Band 
[Erster Band. - Zweiter Band.]
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fuhr, unten einen hübschen Thaler fand, anf den ein silbernerEngel aufgesetzt war, welcher Engel immer glänzender nurbreiter wurde, bis er gar die Flügel aufmachte und vomThaler aufflog gen Himmel und dann der Kleinen drobenaus den vielen Sternen alles holte, was sie nur habenwollte, und zwar herrliche Sachen, worauf der Engel sichwieder auf das Silber fetzte und sehr nett da sich zusammen-sctnniegte. -— Welche Flammen schlugen unter dem Schaffenaus Gustavs Worten heraus, aus seinen Augen und Mienenin die Zuhörerschaft hinein. Noch dazu stickte nebenbei derMond die Lindennacht auf dem Fußboden mit wankendenSilber-Punkten — eine verspätete Biene kreuzte durch denglühenden Kreis und ein schnurrender Dämmerungsvogel umeinen bekränzten Kopf — auf dem Doppel-Grund von Lin-dengrün und Himmelblau zitterten Blätter neben den Ster-nen — der Nachtwind wiegle sich auf dünnem Laube undauf Goldflittern der geputzten Regina, und bespülte mit küh-len Wellen ihre Feuerwange und Gustavs Flammenathcm....Aber wahrhaftig ich behaupte, den Katheder brauchte ernicht einmal, so herrlich waren Katheder und Redner. Wiekonnt' ihm dieser nöthig sein, da er der Dräut Ehristi undseiner eignen erzählte; da der ganze heutige Tag mit seinemblendenden Nimbus wieder aufstand, da er das Mitleid indie Brust der unbefangenen Kinder einführte und aus ihremAuge es wieder vorpreßtc; und da er gewisse weibliche sichbenetzen sah. . . . Seine eignen zergingen in Wonne under dehnte sein Lächeln immer weiter auseinander, um damitsein Auge zu bedecken, das sich schon schöner bedecket hatte.

-„Gustav!" hatt' es schon zweimal vom Schlosse her

gerufen; aber in dieser seligen Stunde hörte es keiner; biszum drittcmnale die Stimme nahe unten im Garten erklang.Die betäubte geheime Gesellschaft rollte die Treppe hinab; —