Band 
[Erster Band. - Zweiter Band.]
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Gefangne aus ihrem Burgverlies; am Kronnngstagc losge-lassen — er hatte die Fässer ihnen mit doppelter Kreide we-niger angeschrieben als getiinchet und lenteriert undFleckkngeln von Kreidenerde so lange in Hängbettcben dareineingesenkt gebabt, daß das Gesöff fast am Ende zu gut war,um verschenkt zu werden. Der Filz sucht zu ersparen, sogarindem er verschenkt. Nebrigens sprang er mit seinen Lehns-Unterlbanen zurraulichcr und freigebiger um als mit uns ge-adelten Gästen; — „so handelt ein Mann stets, der keinenAdelstolz besitzt," sagt der Rezensent: „aber so handelt derKnicker stets, dem geringere aber silberhaltige Leute liebersind als standeSmäßige nehmende Gäste und der einen eignenBedienten über einen fremden Freund und über den Standdie Rutzbarkeit hinaussetzt," sag' ich. — Luise, die Kom-merziell-Agentin von Röper, legte jeder Bier-Arche ihresMannes noch eine kleine Chalouppc zu; seine Geschenke wa-ren ibr allemal ein Vorwand, geheime Zusätze zu machen.Nur befahl sie dem Dvrfricl'ter, ein wachsames Auge daraufzu haben, daß ihr von der Bierhefe nichts verloren gehe.Die Statur hatte ihr eine freie liebende Seele gegeben; abereben diese Liebe für ihren Mann ließ ihr von seinen Fehlernwenigstens den Schein.

Du treues -Herz! Lasse mich einige Zeilen bei Deinerehelichen Uncigennützigkcit verweilen, die alle eigne Wünschefür Sünden und alle Wünsche ihres Mannes für Tugendenhält, und der kein Lob gefallet als eines auf den, welchenDu übertriffst! Warum bist Du nicht einer Seele zugefal-len, die Dich nachahmt und kennt und belohnt? Warumwaren Dir für Deine Aufopferungen, für Deine HerzenS-risse hienieden keine schmerzstillenden Tropfen als die besäne-den, die Deinetwegen aus den schonen Augen Deiner Toch-ter fallen? - Ach Du erinnerst mich an alle Deine Leiden-