Band 
[Erster Band. - Zweiter Band.]
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der erste, wie Kastor, menschlich und sterblich, und dieandre, wie Pollnr, göttlich und unsterblich — wie nunjene mythologische Brüderschaft es pfiffig machte und Sterb-lichkeit und Unsterblichkeit gegen einander halbierten, ummit einander in Gesellschaft eine Zeitlang todt und eineZeitlang lebendig zu sein: so macht es ihr Körper und ihreTugend eben so listig, beide sterben allezeit mit einander,um nachher mit einander wieder zn leben. — Das artisti-sche Sterben solcher Damen lässet sich noch von einer andernSeite anschauen: eine solche Frau kann über die Stärkeund die Proben ihker Tugend eine Freude haben, die biszur Ohnmacht gehen kann; ferner über die Leiden und Nie-derlagen derselben eine Betrübniß, die auch bis zur Ohn-macht reichen kann: nun denke man sich, ob eine Frau beimvereinigten Anfall von zwei Gemüthbewegungen, wovonjede allein schon töoten kann, noch aufrecht zu verbleibenvermöge? — Bekanntlich stirbt die Ehre der Damen vonWelt so wenig wie der König von Frankreich und es ist daseine bekannte Fikzion; wenigstens ist dieser Ehre der Tod,wie den Frommen, ein Schlaf, der über 12 Stunden nichtdauert. Ich kenne an unserem Host eine Art Ehre oderTugend, die gleich einem Polypen an nichts stirbt, sie kann,wie die alten Götter, verwundet aber nicht umgebracht wer-den — gleich Hornschrötern zappelt sie an der Nadel undohne alle Nahrung fort — Naturforscher von Stand thunoft einer solchen Tugend wie Fontana den Anfgußthier-chen, tausend Martern an, an denen bürgerliche weiblicheTugenden sogleich verscheiden: nichts! kein Gedanke von

Sterben.-Es ist eine wohlthätige Anordnung der

Natur, daß gerade in den höhern Damen die Tugend einesolche achilleische Lebens- oder Wicdererzcugskraft hat, da-mit sie erstlich leichter die einfachen und doppelten Brüche,