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reden, daß er nie in größerer Beklemmung war als beute.Ich will das fliegende Tischgespräch, das die Tugend betraf,in Gedankenstrichen abgemarket hersetzen, weil niedre Köpfedaran sprachen, wie am Bauern-Tischgebet die ganze Familieantiphonierend betet.

„Man hat keine Tugend, sondern nur Tugenden. —Die Weiber haben sie, die Männer bekriegen sie — Tugendist nichts als eine ungewöhnliche Höflichkeit — —Sie ist wie die Schönheit, überall anders; die Köpfe st"dhier spitz, dort breit; so ist's mit den Herzen, die daruntersind — Schönheit und Tugend zanke» und lieben sich wieein Paar Schwestern und doch geben sie einander ihren Putz(bezog sich) — Man denkt nie so gern an die Tugend alSwenn man die Rosenmädchcn in 8ulono^ sieht. — Siewird auch an andern Orten gekrönt (bezog sich wie-der) u. s. w."

Kurz jeder Ton und Blick erwies nicht, sondern setztees schon voraus, daß Tugend nichts wäre — als der Ocko-nomus des Prägens, die Konviktoristin der Sinne, die Ossi'ziantin und Tochter des Körpers. Der Liebe ging's wie derTugend. „Die Julie des llsun cksguss (sagte einer) ist wietausend Julien oder wie ckeua cksguss selber; sie beginnt mitSchwärmen, endigt mit Beten — aber das Fallen ist zwischenbeiden."

Niemand als wer einmal in Gustavs Lage war, wereinmal das verheerende Bestürmen seiner tiefstem Ueberzeugungvon der Möglichkeit und Göttlichkeit der Tugend in einemKreise witziger und entscheidender Leute von Stande erlitt;wen unter solchen Erschütterungen, deren jede ein Riß in dieSeele ist, sein eignes Unvermögen kränkte, solche Tugend-und Heiligen - Stürmer zu beschämen, geschweige zu bekeh-ren; wen unter diesen Herodes-Beschimpfungen seiner