Band 
[Erster Band. - Zweiter Band.]
Seite
85
JPEG-Download
 

uns, nämlich mir lind dem Leser, die Bravour- und Force-Rollen der Romanen-Liebhaber schlecht, weil entweder dieeine Person nicht würdig ist, solche Lichtwolkenbrüche derFrendc zu genießen, oder die andere, sie zu veranlassen; hieraber haben wir beide gegen nichts etwas. . . . Wollte nurder Himmel, Ihr Liebenden, Euer lahmer Lebensbeschreiberkonnte seine Feder zu einem Blanchards-Flügel machen undEuch damit aus den Grubenzimmerungen und Grubenwetterndes Hofes in irgend eine freie Pappelinsel tragen, sie sei imSüd- oder im Mittelmeer! — Da ich's nicht kann, so denk'ich mir's doch; und so oft ich nach Auenthal oder Scheeraugehe, so zeichne ich niir es aus, wie viel ich Euch schenkte,wenn Ihr in jenem Pappel- und Rvsenthal, das ich inWasser gefasset hätte, ohne den deutschen Winter, unter ewi-gen Blnrcn, ohne die Schneide-Gesichter der moralischenFebrizitantcn, ohne ein gefährlicheres Murmeln als das derBäche, ohne festere Verstrickungen als die in verwachsenenBlumen und ohne den Einfluß härterer Sterne als der fried-lichen am Himmel, in schuldloser Wonne und Ruhe Athemholen dürstet — nicht zwar immerfort, aber doch die PaarBlumcnmonate Eurer ersten Liebe hindurch.

Das ist aber unmenschlich schwer, und ich bin am we-nigsten der Mann dazu. Ein solches Glück ist schwer zusteigern und eben darum schwer zu halten. Werde lieber hierein Wort vom Glücke eines schreibseligen Kranklings vorzu-dringen erlaubt, der doch auch eines haben will und der ebender Beschreibe der vorigen Seligkeit selber ist, ich meinenämlich ein Wort von meiner kranken Persönlichkeit. VomKuhstall bin ich wieder herauf und von d^r Lungensuchtglücklich genesen; nur der Schlagfluß setzet mir seitdem mitSymptomen zu und will mich erschlagen wie einen Maul-wurf, gerade indem ich, wie letzter seinen Hügel, so den ba-