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Kanarienvogels vordrehte, der sie singen lernen sollte. „Ichkrieg' schon viel, wenn er's pfeifen kann," sagte der winzigeOrganist. An einem Baum gelehnt stand Ottomar der wei-ten Abendröthe und diesen Abendtöncu gegenüber; die Sonneaußer ihm ging, hinter einer bleifarbenen großen Wolke inihm, unter. Gustav mußte, eh' er ihn erreichte, vor einerdichten Nische und einem alten Gärtner darin vorbei, an wel-chem ihn zweierlei wunderte, daß er ihm erstlich mit keinemWorte für seinen Gutenabend dankte und zweitens, daß soein alter vernünftiger Mann ein Kindergärtchen auf demSchoße hatte und besah. Durch die Laube nahm er an einerSonnenuhr eine Erhöhung wie ein Kindcrgrab und einenRegenbogen von Blumen wahr, der es umblühte und über-täubte; auf der Erhöhung lagen die Kleider eines Kindes sogeordnet, als wär' etwas darin und hätte sie an. Ottomarempfing ihn mit einer Sanftheit, die man nnr in heftigenEharaktcren in so unwiderstehlichem Grade findet, und sagteMit leiser Stimme: ,cr feiere den Todestag aller Iahrzcitenund heute wäre des Nachsommers seiner." Sie kamen, in-dem sie ins Schloß gingen, vor dem Gärtner vorbei und ernahm den Hut nicht ab — ferner vor dem leeren Kleid aufdem Grab und es lag noch unter den Blumen, und vor demKlavieristcn, der noch das Lied spielte: Jüngling, den Bach
Zeit re. Da wir daS Feierliche nur in Büchern, sel-den im Leben finden: so wirkt es im letzten nachher destostärker.
Man muß noch merken, daß in Ottomar der Ausdruckder stärksten Gefühle durch eine gewisse Sanftheit, womitsei» Weltumgang und sein Alter sie brach, unwiderstehlichden stillen Strudel zog. Er öffnete — Kinder waren dieLakaien — ein Zimmer des dritten Stockwerks. Die Haupt-sache waren nicht darin die Gemälde mit schwarzen Gründen