145
auf seinen heißen — zog die zärtlichste Stimme ihrer sympa-thetischen Brust aus ihren Lauten-Saitcn — wollte zuhüllenihr pochendes Herz — und konnte nicht einmal sein Schla-gen verstecken — unv fiel, als er die Bewegung des heftig-sten Affektes machte, verloren, hingerissen, mit zitterndemAuge, mit überwältigten! Herzen, mit irrender Seele undmit dem einzigen großen langsamen tief heraufgeseufzetenLaute: „Bruder!!" an — ihn.
Er an sie! . . . Sie fühlte das erstemal in ihrem Hof-leben'eine solche Umarmung; er das erstemal eine em-pfangn«:; denn an Beatens reinem Herzen hatt' er ihreAnne nie gefühlt. O Bouse! hättest Du ihr doch geglichenund wärest eine Schwester geblieben! Aber-Du gä-
best mehr, als Du bekämest und xeizetest zum NehmenDu rissest ihn und Dich in einen verfinsternden Gefühls-Orkan — an Deinem Busen verlor er Dein Gesicht — DeinHerz — sein eignes >— und als alle Sinne mit ihren erstenKräften stürmten, alles, alles.
Schutzgeist meines Gustavs! Du kannst ihn nicht mehrretten; aber heil' ihn, wenn er verloren ist, wenn er verlo-ren hat alles, seine Tugend und seine Beata! Ziehe, wie'ich, den traurigen Vorhang um seinen Hall und sage sogarjur Seele, die so gut ist wie seine: „sei besser!"
Ehe wir zur Seele gehen, der er's sagt, zu Beata,Zollen wir wenigstens einen einzigen Vertheidiger für denTrinen Gustav vernehmen, damit man ihn nicht zu tief ver-dcimnic. Der Vertheidiger gibt blos dieses zu bedenken:wenn die Weiber so leicht zu besiegen sind, so ist es, weilw allen Kriegs - Verhältnissen der angreifende Theil die Vor-cheile vor dem angegriffenen voraus hat; kehret sich aberchunal der Fall um, und tritt eine Versuchen» statt einesVersuchers auf: so wird derselbe Versuchte, der nie ein»U. 10