1^7
eine Wache begehren. — Die Art, wie Beata den Briefeinsteckte, war der einzige kleine Halbton in dieser vollenHarmonie einer gerüsteten Tngend. Der Scheerauische Lhron-Jnsaß entschuldigte seine Erscheinung mit seiner Sorgfalt fürihre Gesundheit. Er setzte sein folgendes Gespräch aus derfranzösischen Sprache — der besten, wenn man mit Weibernund mit Witzigen sprechen will — und aus jenen Wendun-gen zusammen, mit denen man alles sagen kann, was manwill, ohne sich und den andern zu genieren, die alles nurhalb und von dieser Hälfte wieder ein Viertel im Scherzeund alles mehr verbindlich als schmeichelnd und mehr kühnals aufrichtig vortragen.
„So hab' ich Sie — sagt' er mit einer verbindlichenVerwunderung — heute den ganzen Abend in meinem Kopseabgemalt gesehen; meine Phantasie hat Ihnen nichts genom-men, außer die Gegenwart. — Wenn das Schicksal mirsich reden ließe: so hätt' ich aus dem ganzen Ball mit ihmgezankt, daß es gerade der Person, die uns heute so vielVergnügen gab, das ihrige nahm."
„O — sagte sie — das gute Schicksal gab mir heulemebr Vergnügen als ich geben konnte." Obgleich der Fürstunter die Personen gehört, mit denen man über nichjs spre-chen mag: so sagte sie dieses doch mit Empfindung, dieaber nichts als ein Dank ans Schicksal für die vorherigekrohe Lese-Stunde war.
„Sie sind (sagt' er mit einer feinen Miene, die einenandern Sinn in Beatens Rede legen sollte) ein wenig Egoi-stin. — Das ist Ihr Talent nicht — Ihres muß stin, nicktallein zu sein. Sie verbargen bisher Ihr Gesicht wie JbrHerz; glauben Sie, daß an meinem Hofe niemand werthist, beide zu bewundern und zu sehen?" — Für Eeata,sie glaubte, sie hätte nicht nöthig bescheiden zu sein, sondern
10 *