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Allerdings that bisher unsere vereinzelte zwiespältigeReichsversaffung, die uns aus keine Kaiser-Stadt und Re-sidenz-Meinung beschränkte, uns die Freiheit auf, jedes Volkzu werden, sogar ein deutsches. So wurden wir denn allsei-tig und kosmopolitisch genug, und Allerwelts-Nazion. Da-her nennt uns jedes Land anders: Lermans, ^Ileinanlls, *Dellesclii. Wären wir noch vollends in uns selber verliebt,so gäb' es keine Völker-Schönheit im ganzen geographischenAdreß-Kalender, die wir mehr anerkenneten.
Wer indeß jede Schönheit lieb hat, bleibt schwer zuHause, wo zuweilen nicht mehr als eine zu finden ist, wenner sich selber mitzählt. Freilich ahmen wir alles nach, aberauch uns selber mit, folglich sind wir früher Urbildner alsNachbildner, früher Originals als Kopien, wie denn auchdie größten Genies niemand etwas nachahmen als sich. — Ue-bersetzen Unserer in andere Völker, Uebcrsetzcn dieser in unseresreicht uns das alte Fährgeld Charvns, der gleichgültig Ver-dammte und Selige überfährt. Kurz wir, als die ächtenMimiker und Ripienisten Europcns, wollen alles zu unsherein heben. Unsere Altäre, worauf wir opfern und räu-chern, sind Tragaltäre, mit welchen wir in allen Ländernhausieren, um sie vor beliebige Götter hinzusetzen. Ist esdenn etwas anders, als dasselbe flüchtige deutsche Blut, wel-ches uns weniger zu Holland- als Weltgängern und Welt-sahrern macht, und zum Treibeise aller Küsten? Landesver-weisung (uns ein lustiger sächsischer Länderer) ist uns nichtwie den Alten, welche durch sie ihre Götter verloren, eineStrafe, sondern schöne Belohnung, ein Geschenk von Wan-derjahren zur Meisterschaft. Aber man erkenne, daß unseben nichts mehr in Stand setzt, unserer flüchtigen Kom-plerion Genüge zu leisten, als der Wechsel mit Ländern undMensche», der uns wieder mit dem nöthigsten Wechsel von