Band 
[Fünf und zwanzigster Band. - Sechs und zwanzigster Band.]
Seite
174
JPEG-Download
 

174

I). Wenn wir durch ächt-deutsche Erziehung und Lite-ratur der Nachwelt zwei unzerstörliche Denkmäler Deutsch-lands nachlassen: so ist's genug und gerade nicht weniger alsdie Geistlichen — nach dem Sprichworte: Nil Olerici re-linguunt prneter likros lillsros^us nachlassen, Bücherund Kinder.

L. Allerdings sind die Zeitungsschreiber Billard-Mar-köre, die uns ansagen, welche Kugeln recht gegangen odernicht. Ist nun ein wahrhafter Mann darunter, so brauchtman weiter nichts zu thun, als ihm zu glauben, und EinSchreiber reicht für tausend Leser zu. Ein anderes ist, wenndiese politischen Zeugen verdächtig sind, oder wirklich lügen:dann können schon nach dem gewöhnlichen römisch-deutschenRechte ihrer nicht zu viele sein, in so fern wir ihnen Glau-ben schenken sollen. Denn rechtlich gelten erst zwei verdäch-tige Zeugen Einem guten*) gleich, und um vollends voll-ständig und glaubwürdig zu beweisen, muß man sogar vier,welchen nichts zu glauben ist, in Verrath haben und auf-stellen. Daher hängt die Glaubwürdigkeit oft der unglaub-lichsten Siege so sehr von der Vielzahl der Zeitungsschreiberab; und eine gute Politik setzt hoffentlich keinen Gazettier ab— denn sie darss nicht — welcher den übrigen nicht wider-spricht und entgegenschreibt.

v. Die Menschen wie die Völker treibt zu, viel Glück,wie zu viel Unglück, in die Unsittlichkeit hinein; so stecken

°) Duo testss 8U8pee.ti eomxarantur uui iäoneo st guatuurLuspeeti xleus xrobsnt. Ilomm. obssrv. 210.