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[Fünf und zwanzigster Band. - Sechs und zwanzigster Band.]
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Völker von der Gegenwart berauscht nicht die zur mildenKunstgestaltung nöthige Ferne und Kühle gewinnen, und daßdaher eine blitzende und donnernde Gegenwart nur die Be-redtsamkeit entflamme, nicht die Dichtkunst. Dieß sage mannicht blos, so viel Wahres auch daran ist, sondern manrechne mehre Umstände in die Erklärung ein; z. B. dasselbstische Verhältniß der -Hauptstadt zum ganzen Reiche;denn gewiß wird das beste Gedicht einst nicht aus Paris,sondern aus den Provinzen kommen; und was die bildendenKünste anbetrifft, so fehlt ihnen nur Friere, in sofern aufsie etwas von dem anzuwenden ist, was Ammianus Mar-cellinus (XXIV. 6.) von den Persern behauptet, daß sie inden bildenden Künsten etwas zurückgeblieben, weil sie blosSchlachtstücke gemacht.

Auch Fichte, dieser Polyphem mit Einem Auge — nochdazu schwer drehbarem — jagt sich Furcht vor möglicherBarbarei ein. Wieder andere Schriftsteller wissen im Druckeauf gutem Papier vor Angst nicht vor den Barbarismen zubleiben, welche hineinbringende Tatarn oder Russen in denwissenschaftlichen Feldern Enrvpens aussäen würden. Aberso ist der Mensch; bei großen fremdartigen Ereignissen fürch-tet er immer seinen jüngsten Tag; wie die Merikaner beider Landung der Europäer die Vorläufer des Weltendes ge-kommen glaubten. Bedächten wir doch z. B. bei der fran-zösischen Landung in Deutschlands daß wir nicht republika-nische Freiheit — welche nicht da war — gegen despotischeKnechtschaft — welche nicht kommen kann aus einem Lande,wo sie selber nicht ist — sondern nur mehr oder wenigergemäßigte Monarchen gegen mehr oder weniger gemäßigteMonarchen vertauschten. Wie oft war nicht in Europa die-ser Regenten - Umtausch, und ohne Kultur-Mord! Dennetwas anderes ist doch ein Wechsel der Regierungformen