Mein Aufenthalt in der Nepomuks-Kirche
während
der Belagerung der Reichsfestung Ziebingen.
Ae kleiner eine Reichs-Stadt, desto größer ihre Geheimniß-sucht; und ein ganz kleines Reichs-Dorf gesteht gar nichteinmal seine Existenz. Vielleicht glaubte auch Ziebingen —ein anderes Ziebingen als das im Krossischen Kreise — wersich zu spat beweglich (mobil) wider den Feind mache, werdeleicht zu früh beweglich vor demselben und renne. Kurz,wäre Senat und Militär nicht so verschlossen gegen In- undAusland gewesen als die Jubelpforte in Rom, welche mannur an Jubeljahren aufmacht und sogleich zumauert: so hätt'ich von der bevorstehenden Belagerung etwas erfahren, eh'die Thore zugesperrt worden, und wäre fortgeritten; so aberwurde jeder Reisende mit einkaserniert, ohne etwas davon zuhaben als diesen Aufsatz.
Die schon aus öffentlichen Blättern bekannte Veranlas-sung war diese. Das Reichs-StädtchenDiebsfehra — nichtdas meißnische Dorf — besaß mit Ziebingen auf den Grän-