Avhrn und in kni Lüften siegen Blumen ii»i die Bienen.— Ich war im Land des tiefen Friedens; Alles war ruhigesogar das Sehnen im Menschen, und wenn ein Glanz überBlumenfluren wehte und die Fluren wie Aehren zu Wogenbewegte, so wurde das Herz nur soll und still und begehrtenicht; und wenn ein unaufhörliches Tönen bald leiser, baldlauter die Seele umfloß, gleichsam verirrte Echos aus derewigen Seligkeit, die einander riefen und suchten und endlichan einander starben, so schwoll die Brust, aber sie seufztenicht.
Auf einmal wurden die Blumenfelder im Morgen im-mer lichter und die Lebensbäume warfen rothe Schatten, alsich im weiten Lichte einen hochgebauten Jüngling, einemCherub ähnlich, der einst das Paradies bewachte, nach Osteneilen sah. Sein Angesicht war mir abgewandt, aber dasvierte Meer richtete sich Plötzlich auf und stand aufrecht imHimmel mit seinem Wasserspiegel; und darin sah ich desJünglings Gestalt. Wie zerschmolz vor diesen reinen Augender Liebe, vor diesen warmen Lippen der Liebe mein ganzesHerz in Liebe, und vor dieser heiligen Stirn, zu einem Tem-pel gewölbt, in welchen nie etwas anders getreten war, alsGebete; — und der neue überirdische Geist verherrlichte dasEden, weil er darin seine heilige Ewigkeit lebte.
So erschien mir der böse Geist, eh er abgefallen warvon Gott.
Das purpurne Glänzen wuchs und ich sah im aufge-stellten Meerspiegel, daß hinter mir in Abend eine Sonnemit einem Kranze von weißen Monden niederging und daßein Mond nach dem andern ihr voransank. Das aufrechteMeer im Himmel wirbelte, es schuf und schuf; und ein Re-genbogen wölbte sich aus den Wassern, der immer farbigerglühte, fe tiefer die Sonne fiel. Und da sie untergegangen