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treten, blos um einen Versuch zu machen, ob sie großen Bei-fall finden, weil er sich im Ja-Falle dann schmeicheln würde,daß seine früheren Sachen gut genug gewesen.
Die Klage der Ausländer, daß bei den Deutschen guteProsa so selten sei, haben längst mehre Dichter mit Glückin ihren lyrischen und epischen Gedichten durch den 'Augen-schein widerlegt; aber aus dem nassen Wege des Dichtenswird der Höllenrichter künftig noch mehren Mangeln abhel-fen, unv zwar den größten zuerst, daß so diele Dichter nichtszu besingen haben, da die Liebe sammt den Monaten undNaturschönheiten dazu längst ausgeschöpft ist, andere Sachenaber, wie Eltern-, Kinder-, Freundesliebe, oder besondereTugenden nichts rechts für sie sind, obwol sie es sonst fürBalvus, Herder, Pindar und Altdeutsche gewesen. Alleinauf dem »äffen Wege des Dichtens wird ja dieser Abgangan Stoff vollständig ersetzt durch Ueberfiuß an Form,nämlich an Versmaßen und Reimen. Haben nicht guteUebersetzer uns welsche und spanische Dichter ganz treu, beialler Weglassung des poetischen Inhalts oder Stoffs, blosdurch Nachbilden der Sylbenmaße, Assonanzen und Reimegegeben und zugeführt, so daß die ausländischen Dichterordentlich den Sonnenrindern auf der Apollons - Insel glei-chen, von welchen, als die Gefährten des Ulysses das Fleischfür die Küche ausgeweidet hatten, doch die lebendigen Häuteleer und aufrecht umhergingen? *) — Und sind denn schonunsere Sonettendichter ganz vergessen, welche uns so manchesGedicht geliefert, das blos durch poetische Versfüße undReime, ohne alle» Inhalt und Stoff, wahrhaft dem Krebseglich, der kein Fleisch hat, außer in den Füßen und imSchwänze? — Und werden uns nicht durch die gegen-
') Obyff. XU. 3S5.