Band 
[Ein und dreissigster Band. - Zwei und dreissigster Band.]
Seite
137
JPEG-Download
 

137

ausstoßen. — Bekanntlich theilen die Aesthetiker die Roman-schreiber in zwei Klassen ein, in romantische und in gegen-romantische. Von der Minerva, welche, der Götterlehre zu-sage, sowol das Musenroß zahm gemacht, als das troja-uische Holzpferd ausgezimmert, bekamen bisher die roman-tischen das Flügelpserd zu reiten; die gegenromantischenhingegen wurden von der Weisheit-Göttin mit dem hölzernenGaule beschenkt, damit sie sammt ihren Charakteren nicht"uf das Thier sowol, als in dasselbe stiegen, um dann Trojauns manche, schöne Helena oder Leserin einzunehmen. Welcheöstliche leihbibliothekarische Romane aber kann die künftigeBücherniesse liefern, da der Höllenrichter alles gethan, umCgar die poetische Prosa der gewöhnlichen Hellseherinnen beiöen gegenmagnetischen Schreibern zu jener prosaischen zudämpfen, wodurch eben der Roman zu einer wahren Ge-schichte wird, die eben so gut in der nächsten Gasse vorfallenkönnte als auf dem Schreibpapier.

Was aber die romantischen Romanschreiber anlangt, sowerden sogar diese ihrem Publikum künftig fortgefallen, wennsie auch alles Feuer fahren lassen und ruhig auf dem nassenund wässerigen Wege weiterdichten. Ich habe nämlich seitmehren Jahren bemerkt, daß zwar ein Schriftsteller denDeutschen vor allen Dingen ein oder ein Paar Meisterstückezu schenken hat, um sie für sich ins Feuer zu setzen; daß eraber darauf, sobald sie einmal für ihn warm geworden, sehrwol mit mehren Sudelstücken nachkommen kann, ohne alleBesorgniß, ein kälteres Publikum zu finden; denn dieses istdem Theewasser ähnlich, das man freilich anfangs mit großenHerdflammen ins Kochen bringt, nachher aber darin leichtmit einem bloßen angehenkten Spiritus - Lämpche» erhält.— Und gegenwärtiger Schreiber dieß dürste daher nächstensmit ein Paar recht hingeworfnen, fast elenden Werkchen auf-