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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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des mit vorgegangenen F./21, auf Entfernung von 900 Schritt22 Granaten in die Stadt gefeuert, worauf sich in dieser weisseFahnen zeigten, der Bürgermeister um Schonung bat und GeneralKettler den Befehl zum Einstellen des Artilleriefeuers gab.

Inzwischen waren die in westlicher Richtung abmarschirtendrei Kompagnien II./21 in der Nähe des Schnittpunktes der Eisen-bahn mit der Strasse nach Auxerrc angelangt. Major KornatzkiHess von hier den 4. Zug (Lieutenant Meissner) gegen den Nord-ausgang der Vorstadt St. Nicolas Vorgehen, welches durch zwei,etwa 300 Schritt auseinander liegende Verrammelungen gesperrt war,deren nördliche sich als von den Franzosen nicht besetzt erwies.Lieutenant Meissner ging an sie heran und richtete von ihr seinFeuer gegen die Besatzung der südlichen Verrammelung und dernahe gelegenen Häuser, worauf Premier-Lieutenant Schlesier mitden beiden anderen Zögen der 6. Kompagnie zum Sturm vor-gesandt wurde. Nachdem er die nördliche Verrammelung über-klettert und seine Züge schnell geordnet hatte, wurde nach leb-haftem, geschlossenen Angriffe die südliche geräumt. Aber dienahegelegenen Häuser, aus denen die Eindringenden heftiges Feuererhielten, mussten erstürmt werden, wobei 1 Offizier und 30 mobi-lisirte Nationalgarden gefangen wurden. Auch an dieser Stellehemmte zunächst das preussische Artilleriefeuer ein weiteresVordringen. Nachdem ersteres eingestellt worden war, erhieltenbeide Bataillone 21 den Befehl, sich der Stadt zu bemächtigen.Ihnen schloss sich Hauptmann Kumme, der mit 7. und 8./61 vonAnnoux (unter Zurücklassung der 6. Kompagnie in LIsle) um712 V. in Sauvigny eingetroffen war, an, in Zugkolonne seit-wärts der Strasse vormarsckirend. Der Widerstand der Ver-theidiger war nur gering; die zahlreichen, auf der Flucht zurück-gelassenen Gewehre und Tornister machten den Eindruck einerUeberraschung. Trotzdem wurden die in den Strassen der Stadtvordringenden Züge aus den Häusern mehrfach beschossen, auchvon rückwärts her, so dass sich namentlich die 1. und 4. Kom-pagnie, welche der in der Verfolgung begriffenen 7. und 2.als Rückhalt gefolgt waren, genöthigt sahen, die betreffendenHäuser zu erbrechen und zu zerstören; hierbei wurden indessennur vier Mann gefangen. Nachdem die obere Stadt von denFranzosen gesäubert war, wurde gegen die im Thale gelegenen,durch treppenartige Strassen verbundenen Stadttheile, in welcheneinzelne Abtheilungen sich wieder einzunisten und zu feuernbegonnen hatten, vorgegangen; bald hatte man auch diese unter