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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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er am 17. an Graf Moltke berichtete *),feindliche Truppenverschie-bungen, wahrscheinlich der garibaldinischen Hauptkräfte, zwischenDijon und Langres in den letzten Tagen als konstatirt. 2 ) Er fügtehinzu:Ich werde beim weiteren Vormarsch, sei es auf Vesoul oder inanderer Richtung, mich nicht durch weitere Truppendetachirungenschwächen, sondern überlasse dem Detachement Kettler im Verein mitGouvernements- und Etappen-Truppen die rückwärtige Deckung. Umso mehr ist es verwunderlich, dass das Ober-Kommando demselben nichteine östliche Richtung, etwa auf Is sur Tille, vorschrieb, da dasVordringen der garibaldinischenHauptkräfte auf Laugres seinenVerbindungen doch recht unbequem werden konnte. Nach denneuesten Nachrichten war zu befürchten, dass ein Vorstoss Kettlersauf Autun und Gegend zu einem Luftstoss würde. Dem erhaltenenBefehl entsprechend beschloss der General, am 19. die Linie Semur»Pouillenay-Alise-Ste. Reine zu besetzen, um von hier aus in denangegebenen Richtungen weiter vorzugehen. 3 ) Zum Schutze derEisenbahnlinie und der Telegraphenstation liess er 5. und 6./21unter Hauptmann Zembsch in Montbard zurück uud wies sie hin-sichtlich ihrer rückwärtigen Verbindung auf Nuits und Chätillon,bzw. die dortigen Etappentruppen an. 4 )

Nur noch 4 1 j 2 Bataillone, 1 Schwadron und 12 Geschützestark, setzte sich Kettlers Truppenabtheilung am 19. früh gegen8 Uhr von Montbard auf Semur in Bewegung, ihre rechte Seitegesichert durch II./61 (Hauptmann Kumme) und 1 Zug Dragoner,welche aus ihren Unterkunftsorten Etivey (halbwegs Montbard-Noyers) und St. Remy (5. Kompagnie) über Chätel Gerard undVassy aufklärten und um 1 33 A. mit 3 Kompagnien in MoutierSt. Jean, mit der 5. in Athie Unterkunft nahmen.

Bald nach dem Ausmarsch, vor 8 33 V., erreichte den Generalein Befehl des Ober-Kommandos aus Prauthoy vom 18. A.:General Kettler (bei Montbard) rückt so weit vor, dass er am20. bei Sombernon und St. Seine steht. 5 ) Von hier aus gedachteManteuffel weiter über ihn zu verfügen. Dieser Befehl hatte seineBegründung in der durch die siegreichen Kämpfe Werders an derLisaine gegen Bourbaki wesentlich günstiger gestalteten strategischen

9 Kr. A. E. III 5 vol. 1 S. 151. 9 Es handelte sich um die auseinem grossen Theil der 2. garibaldinischen Brigade bestehende Auf-klärungsabtheilung des Colonel Lobbia, welche sich durch den Vormarschder Südarmee veranlasst sah, nach Langres auszuweichen. 3 ) Kr. A.E III 5 vol. 1 S. 265. 4 ) Zur Verbindung mit der Brigade wurdeZembsch am 19. angewiesen, in Chanceaux ein Briefrelais von 1 Unter-offizier 6 Mann zu errichten. 5 ) W. 20.

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