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Lage der Südarmee. Auf dessen Meldung, dass die französischenAngriffe vom 17. auf die Absicht, den Rückzug anzutreten, schliessenHessen, hatte Manteuflfel die Ansieht begründet, dass eine un-mittelbare Unterstützung Werders nicht mehr geboten wäre, undzur Vorbereitung eines Vorgehens gegen Bourhakis Verbindungenfür den Fall der Bestätigung seines Rückzuges für den 19. eineRechtsschwenkung des II. und VII. Korps angeordnet, welchederen Durchmarsch zwischen Dijon und Besamjon über Gray ein-leiten sollte. Zur Deckung dieser Bewegung liess er die 7. Brigadeam 19. bei Thil Chätel stehen, um gegen Dijon aufzuklären undsich bereit zu halten, am 20., je nach den Umständen, auf Gray,Mirebeau oder Dijon vorgezogen zu werden.*) Für den letzterenFall stellte er die Brigade Kettler in der Linie Sombemon-St. Seinezür Mitwirkung auf, bzw. für die ersteren Fälle zur Verschleierungseiner weiteren Bewegungen gegenüber dem anscheinend mit seinenHauptkräften in Dijon stehenden Garibaldi.
Kettler musste nach Eingang obigen Befehls seine Marsch-richtung ändern und belegte mit I. und F./21, der 5. Batt. und3 / 4 2./Dr. 11 die Dörfer Marigny le Cahouet, Brain und Villeferry(an und westlich der Strasse Montbard - Vitteaux) unter Befehl desOberst-Lieutenants v. Lobenthal, mit I./61 Villeberny, 7. und 8./21und VI. Batt. Jailly les Moulins (östlich jener Strasse) unter Oberst-Lieutenant Weyrach. Wenn auch die Truppen mit dem Feindenicht in Berührung getreten waren, so hatten sie sieh doch be-deutenden Anstrengungen in Folge der Eisglätte der theilweise sehrsteilen Gebirgswege unterziehen müssen. Die Ortschaften wurdenzumeist erst zwischen 3 und 4 A. erreicht. Das durch Veränderungder Marschrichtung bedingte Verlassen der grossen Strasse und dieBenutzung der schwierigen Querverbindungen des Cöte d’Or-Gebirgeshatte den Marsch sehr verzögert und erschwert. Trotz ange-strengter Arbeit bei Tag und Nacht war es den Schmieden in derTruppe noch nicht gelungen, sämmtliche Pferde mit scharfen Eisenzu beschlagen; daher wurde es bei den meist sehr starken Stei-gungen der glatt gefrorenen Strassen oft äusserst schwierig, namentlichschwere Fuhrwerke hinaufzubringen, so dass das Zurücklegen einereinzigen Meile fast einen halben Tag beanspruchte.
Am 20. setzte Kettler seinen Vormarsch in den zwei Kolonnen,wie sie die Unterkunft des vorigen Tages ergab, um 8 V. fort, undzwar mit den Truppen Wevrachs über Villy, Verrey sous Salmaise,Bligny le Sec nach St. Seine, mit denen Lobenthals über Vitteaux,
*) Kr. A. F. I S. 25.