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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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Massingv, Villy, Yerrey sous Salmaise auf Bligny le Sec. Haupt-mann Kumme, der mit II./61 in Moutier St. Jean über 30 kmweiter rückwärts lag, wurde über Athie, Yiserny, Champ dOiseau(südlich Montbard), Lantilly, Cormaillon, Les Laumes und von daauf der grossen Strasse nach Gissey sous Flavigny herangezogen;er hatte über 30 km zurückzulegen und Erlaubniss zum Fahren derTornister erhalten.

Dieser Tagstellte noch höhere Anforderungen an die Leistungs-fähigkeit der Truppen, Früh Morgens wurde bei strengem Frost,auf spiegelglatten Wegen aufgebrochen. Der Marsch führte wiederumauf beschwerlichen Querverbindungen durch ein zum Theilbewaldetes, schluchtenreiches Bergland. Aus tiefen Thälem stiegdie Strasse quer über den Kamm der Gebirgszüge. Gewaltige schöneTannen bedeckten, soweit das Auge reichte, nach oben hin diesteilen Hänge und trugen stolz ihr schimmerndes Schneekleid. Eswar ein prächtiger Anblick, nur fehlte der rechte Sinn, sich ander wechselvollen winterlichen Gebirgslandschaft zu erfreuen. Inzahlreichen Windungen zog sich die lange Marschkolonne die Berg-strasse entlang. Pferde und Fahrzeuge vermochten nur mit un-säglicher Anstrengung vorwärts zu kommen und letztere musstenhäufig, wo die Kräfte der Zugthiere vollständig erlahmten, mitMenschenhänden die glatten Wege hinaufgezogen werden. Dieberittenen Offiziere sahen sich genöthigt, ahzusteigen und langeStrecken zu Fuss zurückzulegen. Aber die Opferwilligkeit, derEifer, die Energie der Truppen überwand schliesslich alle Hinder-nisse, und die Bataillone trafen, wenn auch erst spät Abends(z. B. I./21 um 7!2, F./21 um 8 Uhr), doch ohne einen Mannzurückgelassen zu haben, in den Quartieren ein; die Bagagenlangten erst gegen Mitternacht an. *) Ganz ähnlich wie sie hierbeim 21. Regiment geschildert worden, lagen die Verhältnisse beim61. Regiment.

Um 1222 A. meldete Oberst-Lieutenant Lobenthal aus Vitteaux,dass er erst jetzt in diesem Orte eingetroffen wäre und erst sehrspät am Abend die angewiesenen Ortschaften würde erreichen können;er hätte von Marigny aus den Umweg über Pouillenay nehmenmüssen, weil die anderen Wege für Fuhrwerk nicht fahrbar wären. 2 )Er verbrachte die Nacht mit F./21, der 5. Batt. und 1 Zug Dragonerdu Bligny le Sec, mit I./21 und 3 Zügen Dragoner in Turcey und

') Scli. 357. 2 ) Kr. A. K III 43 vol. 1.

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