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nächtlichen Angriff auf Dijon am Abend dieses Tages marschirtendie Mobilen Basses Alpes und Basses Pyrendes als Haupttheil derAngriffskolonne. Während das Vorgehen der Vorhut durch dieSalven der badischen Bataillone zum Stehen kam, feuerten vonder Seite her vereinzelte deutsche Trupps aus den Weinbergen indie dichten Massen der beiden Mobilgarden-Bataillone. Diese, „vonSchrecken ergriffen, feuerten ungeachtet der Ermahnungen desGenerals, nach allen Seiten. Man sah in der Dunkelheit die Flammenaus den Gewehren hervorbrechen und die Schüsse rechts und linksnach allen Richtungen auf Freund und Feind losgehen.“ *) Daraufwarf sich die Mehrzahl der Mobilen flach auf die Erde und weigertesich, weiter vorzugehen, trotz aller Aufforderungen Garibaldis durchOffiziere aus seinem Stabe, trotz Schimpfens und Schlagens. Wasaufstand, floh. Endlich machte Alles kehrt, wandte sich auf Daroiszurück und warf Gepäck und Waffen fort. 2 )
Im Gefecht von Pasques am 27. November bildeten die Mo-bilen der 3. Brigade die Mitte der Schlachtordnung und wichenbei den ersten Kanonenschüssen. „Der völlige Mangel an Artilleriehatte sie im Voraus demoralisirt.“ s ) Auf dem rechten Flügel warGaribaldi in seinem Wagen kaum fortgefahren, „als die MobilenAveyron und Alpes maritimes uns am hellen Tage dasselbe Schau-spiel darboten, welches uns gestern Abend ihre Kameraden ausden Basses Pyrdndes und Basses Alpes gegeben hatten. Gepäckund Gewehre wegwerfend, stürzten sie sich, ein wahrer Menschen-strom, auf den Weg nach Lantenay.“ 4 ) Ueber den nun folgendenRückzug schreibt Dormoy: 5 ) „Unter dem Regen des 27. Novembers,der unsere Strasse in einen Strom verwandelte, verloren wir eineuns theuer gewesene, hoffnungsreiche Einbildung. Wir jungen Frei-willigen der Republik dachten, dass die Begeisterung für dasVaterland genügte, um jedweden kräftigen Mann in einenSoldaten zu verwandeln. Ach nein! Kräftig waren sie nach Mög-lichkeit, unsere Mobilen aus den Pyrenäen, der Auvergne und denAlpen, und doch, welche schmachvolle Auflösung! Wir erkanntenda, dass die Leute, wie alle Andern, das Waffenhandwerk gut aus-üben, wenn sie es lange genug vorher erlernt haben; dass manferner weder Heere noch Erfolge improvisirt und dass beim Sol-daten die Gewohnheit, das Gewehr zu tragen, vielleicht wichtigerist, als der Muth, sich desselben zu bedienen.“ Trotzdem fehlteam 30. Abends zu Autun, als sich auf dem Waffenplatz die Mo-
0 Commandant Ordinaire im Journal de Mäcon vom 30. Dezember1870. — 2) Dor. 187. — ») Ebd. 198. — 4 ) Ebd. 209. — 5 ) Ebd.
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