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ständig unter der Bedingung, dass Cremer im Einvernehmen mitJenem handele und sich nach dessen Operationen richte.')
Auf Freycinets am 11. wiederholte Aufforderung an Bressolles,seinen Marsch nach Norden anzutreten, — die Regierung erwarteihn wie den Messias — hatte dieser am 12. zu Chälon sur Saöneeine Besprechung mit Garibaldi, Cremer und Pellissier, der mit6—7000 Mobilisirten zu Chagny stand. Seine Vorschläge zueinem gemeinsamen, umfassenden Vorgehen auf Dijon scheitertenan der Weigerung Garibaldis, dessen Heer nach den Unfällen vordieser Stadt und zu Autun, um wieder gefechtsfähig zu sein, einergründlichen Neubildung und Vermehrung durch Artillerie bedürfe.Hierdurch und durch die Unbotmässigkeit der höheren Offiziereder Rhone-Legionen Cremers wurden alle südlich Dijon befindlichenfranzösischen Streitkräfte zu einer Unthätigkeit verdammt, die sichWerder gar nicht erklären konnte und die ihn, als der wiederholterwartete neue Angriff auf Dijon immer wieder ausblieb, zu derVermuthung brachte, die dortigen Truppen könnten in gleicherWeise, wie. vordem Crouzats erste Ostarmee, mit der Eisenbahnnach der Loire befördert worden sein. s ) Au dieser Unbeweg-lichkeit änderte auch das am 13. Dezember fortgesetzte DrängenFreycinets nichts, Bressolles solle mit allen Kräften von Lyonzum Entsätze des bedrängten Beifort aufbrechen. 3 ) Um Garibaldizu galvanisiren, bemühte sich der Kriegsdelegirto unablässig, Ver-stärkungen für ihn flüssig zu machen. Mit beweglichen Wortenwandte er sich an Bressolles zu Lyon und an General Roland zuBesan^on, um einige tausend Mobilisirte für die Vogesenarmee zuerhalten. Vergebens! Da aber Garibaldi und Bordoue „als Ant-wort auf ihre beständigen Forderungen nur unzureichende Ver-stärkungen erhielten, verschanzten sie sich hinter dem Mangel anMitteln, um die vorgebliche Unmöglichkeit, vorzugehen, glaubhaftzu machen.“ 4 )
In Folge dessen verblieb es bis über die Mitte Dezembers hin-aus bei der Fortsetzung des kleinen Krieges in den durchschnittenenBerggeländen dos Morvau und der Gote d’Or, wodurch es beiden"Theilen ermöglicht wurde, ihren Aufträgen, nämlich der Deckungder wichtigen Eisenbahnverbindungen, nachzukommen. Garibaldisah sich um so mehr an Autun gefesselt, als in der Zeit zwischendem 28. November und 9. Dezember ihm ein neuer im Auge zobehaltender Gegner in General v. Zastrow erstanden war, welcher
>) Per. II 491 No. 537. — 2 ) Dum. 235. — ■’) Per. II 496 No. 5237.- 4 ) L. N. G4.