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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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treffen, um nach kurzem Rendez-vous um l 3 / 4 Mittags den Weiter-marsch fortzusetzen. Das Terrain ist zu beiden Seiten in an-gemessener Weise durch Kavallerie-Patrouillen zu rekognosziren.Hauptmann Kumme wird voraussichtlich mit dem II. BataillonNo. 61 im Laufe des Tages den Anschluss an Major Kroseck ge-winnen und tritt dann unter dessen Befehl; durch Patrouillen istdie Verbindung mit ihm sofort zu suchen; ebenso ist bei Talantdie Verbindung mit dem Detachement Weyrach zu suchen. DieBagage, mit Ausnahme des Medizinkarrens, fährt an der Queueder Kolonne unter Bedeckung von 1 bis 2 Zügen per Bataillon.Heute ist in St. Seine und Flavigny bei Sombernon von Franktireursauf Patrouillen geschossen ; es scheinen aber nur einzeln versprengteLeute zu sein. Uebrigens wird bemerkt, dass Franktireurs mitder Waffe in der Hand nicht gefangen werden.

An Major v. Conta, Kommandeur des Füsilier-Bataillons 61,zu Is sur Tille wurde folgender Befehl abgesandt:

Die Königliche 8. Infanterie-Brigade marschirt morgen nachDijon und besetzt dasselbe. Das Bataillon und die Eskadron habensich dorthin baldigst heranzuziehen und durch Patrouillen dieBrigade aufzusuchen. >)

Der General gedachte auf drei Marschlinien seine Brigadeam 21. in Dijon zu vereinigen. Er rechnete so wenig auf Wider-stand, dass er in der Höhe von Talant, der die Stadt beherrschen-den Stellung, einen Erholungsaufenthalt anordnete und bereits vonvornherein die Stunde des Weitermarsches, mit anderen Worten:des Einrückens in Dijon in getrennten Marschkolonnen befahl. Schondie Art des Vormarsches der beiden von Nordwesten kommendenAbtheilungen, welcher ohne Rücksicht auf die Truppenverbände nurnach Lage der Nachtquartiere, wie sie sich in Folge der in denletzten Tagen durch höhere Anordnung nothwendig gewordenenMarschrichtungsänderungen gestaltet hatte, angeordnet war, deutetauf die Sorglosigkeit des Führers hin, ebenso wie das Unterlassendes Zusammenziehens wenigstens der der gleichen Marschstrasse be-nutzenden Truppentheile und das Belassen der Patronenwagen beider Bagage. Hätte Kettler starke gegnerische Kräfte in Dijonvermuthet, so würde er unmöglich die Abtheilung Kroseck in demschwierigen Ouchethal der Gefahr ausgesetzt haben, von Süden,z. B. über Plombieres, in der Seite gefasst und vernichtet zu werden,ohne dass er in der Lage gewesen wäre, ihr beizustehen. Er hättesie sicher von Pasques über Prenois auf Darois an sich lieran-

1 ) Bericht Contas vom 23. Januar in Kr. A. F. III. 5.