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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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Inzwischen hatten sich die Züge des Hauptmanns Boehmer ausdem Walde unter lautem Hurrahruf auf Capitaine dArdenne undseine Leute gestürzt und sie zu umringen versucht. Jene setztensich zur Wehr und es gelang ihnen, die Preussen so lange auf-zuhalten, bis zwei im Laufschritt herbeigeeilte Kompagnien Aveyronihnen die Möglichkeit zum Rückzug gewährten. Capitaine Perchet,der mit Sergeant Couturier und einigen 30 Mann an einer etwasabgelegeneren Stelle in den Wald eingedrungen war, sah sichplötzlich hinter der feindlichen Stellung abgeschnitten. Es gelangihm aber unentdeckt zu bleiben und im Walde verborgen amAbend mit dem Sergeanten und 18 Mann Dijon zu erreichen. 1 )Der Rest der mit Bosak vorgegangenen Truppen wich nach derrückwärts gelegenen Höhe (435 m, 1500 m westlich von Hauteville),über welche die Strasse führt, zurück. Dort hatten auf ihrem südlichenTheil die von Bosak herangezogenen Truppen, etwa in Bataillons-stärke, zur Aufnahme Stellung genommen, gedeckt zum Theil durcheine lange, starke, die Strasse begleitende Mauer, zum andern durchdie südlich am Holzrande gelegene Ferme Champ Moron. Die grosseStärke der Stellung, aus der die preussischen Kompagnien imweiteren Vorgehen von sehr lebhaftem Feuer empfangen wurden,nöthigte den Major Priebsch von Neuem zur Entwickelung seinesBataillons. Die 1. Kompagnie ging mit 2 Zügen auf der Haupt-strasse selbst, mit dem Schützenzug (Lieutenant Claassen) nördlich

-ebenfalls behauptet, dass er tief betrübt über das Unglück Frankreichsund über das Schauspiel, welches er bei der Vogesenarmee vor Augenhatte, mit seinem Leben habe enden wollen und sich allein auf diePreussen gestürzt habe, während er seiner Begleitung den Befehl ertheilte,zurückzugehen. Welches auch der Grund gewesen sein mag: der Volks-mund hat dieses tragische Ende mit romanhaften Umständen umgehen.Sein Leichnam wurde erst am Morg'en des 24. Januar, nachdem man.Alles hatte absuchen lassen, in der Nähe der Stelle, wo er gefallen war,und wo man ihm später ein Denkmal errichtete, mit zwei tödtlichenSchüssen aufgefunden, mit ruhigem, fast lächelnden Gesichtsausdruck,ein Zeichen, dass der Tod sofort eingetreten war. Er war aller Kostbar-keiten und seiner Feldausrüstung beraubt; man hatte ihm nur einenSleldekartenblock, wie er bei den garibaldinischen Stäben eingeführt war,

f elassen. Daraus will Bordone (Bo. 336) entnehmen, dass ihn nicht diereussen beraubt hätten, denn sie würden daran seinen Rang erkanntund diese Papiere auch mitgenommen haben. Dagegen wagt Dormoynoch in seinem 1894 erschienenen Werke:Les trois batailles de Dijon(S. 325) zu behaupten, dass ihn die Preussen ausgeplündert hätten.Mignard (S. 164) verwahrt sich ausdrücklich gegen die über letztere ans-gestreute Verleumdung, dass sie den General, welcher nach seiner Ver-wundung noch geathmet, mit Steinwürfen vollends getödtet hätten, wasdurch sein Aussehen widerlegt und von Bordone sicherlich zu berichtennicht unterlassen worden wäre. Seine vorläufig zu Dijon auf dem Kirch-hof beigesetzte Leiche wurde nach einigen Tagen nach Genf zu seinerWittwe und den vier hinterlassenen Kindern übergeführt. Garibaldiwidmete ihm in einem Tagesbefehl einen glänzenden Nachruf. (Vgl.Bo. 336.) - i) LdE. B. 46.