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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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Auf der Nordfront stand in Pouilly das II. Bataillon der2. Legion Saöne-et-Loire, vor ihr unter Colonel Fornel an derStrasse nach Is sur Tille nahe dem Trennungspunkte von derStrasse nach Langres die ganze 3. Legion. Die äussersten Vor-posten bildeten hier zu Messigny die Enfants perdus de la Montagne(310 Mann) und die beiden Kompagnien Gönie auxiliaire Garniers(250 Mann) J ); ferner zu Asnieres die Francs-tireurs du Gers. 2 )

Im Südosten der Stadt bei Chevigny St. Sauveur standenunter Colonel Fischer die Mobilises du Jura, de lAin u. a., an-geblich 8000 Mann 3 ), mit Vorposten zur Beobachtung der Strassennach Auxonne, St. Jean de Losne und Seurre 4 ). Im Süden hattedie 1. Legion mobilisee de Saöne-et-Loire unter Colonel Pelletierdie Stellung von Bel Air besetzt. 5 )

Als Rückhalt hielt Garibaldi in Dijon zurück: die Reste der2. Brigade unter Colonel Delpech, von welcher während der fol-genden Gefechtstage nirgends etwas erwähnt wird, ferner die inder Bildung begriffene schwache 5. Brigade unter Canzio und an-fänglich auch die 4. unter Ricciotti, welche jedoch um 9 UhrBefehl erhielt, auf der Strasse nach Langres vorzumarschiren, umdort für einen etwaigen Angriff zur Hand zu sein. 6 ) Von denMobilisirten standen auf der Place Nicolas das I. und II. Bataillonder 4. Legion Saöne-et-Loire unter Colonel Landremont. Vor demGitter des Rathhauses lagerte das Bataillon Francs-tireurs reunisunter Lieutenant-Colonel Loste, welches nach dem Gefecht bei Blignyle Sec am 17. Abends wieder in Dijon eingerückt war. 7 )

Der von den Buttes Chaumont nach der Präfektur herüber-schallende Kanonendonner löste Garibaldis Zweifel über die Haupt-angriffsrichtung des Gegners. Als er sich zu Wagen nach Talantbegeben wollte, bat ihn General Pellissier, welcher ihm seinesämmtlichen Truppen für das Gefecht unterstellt hatte, um Ueber-tragung eines Kommandos in der Gefechtslinie. Garibaldi erwiederteihm, er bedürfe in Dijon einer Vertrauensperson, um die Rückhalts-truppen bereit zu halten und je nach Bedarf ihm zuzuschicken:

x ) D. V. 78. 2 ) Gr. 125. 3 ) Mid. 223. 4 ) Privatbrief eines Mo-bilise du Jura in Kr. A. K. III. 7. 6 j Pel. 103. Th. 80. 7 ) Esvertrieb sieh, wie einer seiner Offiziere, Dormoy (D. V. 51) harmlos er-zählt, die Langeweile mit schweren militärischen Ausschreitungen, indemerstens (>0 Mann, mit einem Offizier an der Spitze, die Munitionsnieder-lage stürmten, um sich in Besitz von 100 Patronen für den Mann zusetzen, zweitens, indem man einen von einem Posten der Mobilisirtenbewachten Wagen mit neuen Mänteln plünderte und letztere an dasBataillon vertheilte. Der Kommandeur machte gute Miene zu bösemSpiel!