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Pellissier möchte diese Aufgabe übernehmen. Letzterer stelltezwei mit guten Ferngläsern versehene Offiziere auf einem Kirch-thurm auf und liess sich durch Bleistiftmeldungen über den Gangdes Gefechts auf dem Laufenden erhalten.
Wenngleich man einem Angriff schon seit mehreren Tagenentgegen sah, so machten doch die ersten preussischen Schüsse aufdie Bevölkerung von Dijon einen niederschmetternden EindruckEs entstand eine Panik von beunruhigendem Massstabe. Trotzdemkeine Granate über die Stadt hinweg pfiff, wurden Läden uudThüren schleunigst geschlossen. Ueberall wurden Wagen mitHausgeräth und Werthsachen beladen, Hunderte von Einwohnernverliessen eiligst zu Fuss, zu Pferde und zu Wagen die Stadt.Man glaubte sicher, die Preussen würden wieder einrücken. 2 ) „Vonder Bevölkerung“, sagt Dormoy, 3 ) „übertrug sich die Panik aufdas Heer. Mobilisirte liefen davon und warfen ihre Gewehre indie Ouche. Mancher Franktireur flüchtete sich in einen Keller.Manches Kothhemd stürmte in den Eisenbahnzug nach Beaune.“Mit Vorsicht räumt ein Intendantur-Beamter einen Lehensmittelzugnach Beaune. „„Was Sie mit Vorsicht geräumt haben,““ sagtGaribaldi trocken zu ihm, „„beeilen Sie sich mit Dampf zurück-zuholen.“ “*) Andererseits machte 5 ) der Beginn des Kampfes autdiejenigen Bürger, welche bei dem Angriff der badischen Truppenim Oktober mit ihrer Person eingetreten waren, gerade den entgegen-gesetzten Eindruck; sie eilten nach den gefährdetsten Stellen,betheiligten sich als Schützen am Feuergefecht und boten sich beiallen Franktireur-Bataillonen als Führer an, trotz der Gefahr, währenddes Kampfes oder standrechtlich im Falle der Niederlage erschossenzu werden.
2. Das Gefecht bis 4 Uhr Nachmittags.
Schon vor dem Auffahren der beiden preussischen Geschützehatte sich h/61 zum Gefecht entwickelt. Hauptmann Boehmer hatteeinen Zug der 1. Kompagnie rechts, südöstlich der Strasse ineine, hart am Bande der Hochfläche befindliche Mulde geworfen,von wo der tiefer stehende Feind unter wirksames Feuer genommenwerden konnte; in der Verlängerung beider bis zur Strasse schwärmteder 2. Zug aus, dieselbe der Länge nach bestreichend. Der dritteZug war hinter dem linken Flügel nahe der Strasse geschlossen inguter Deckung aufgestellt. Den Abschnitt nördlich der Strasse
i) Pel. 83. — 2 ) Bo. 329. — 3 ) D. Y. 40- — 4 ) Bizzoni, XLVIII, 291.6) Dor. 321.