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mehr und mehr überzeugen, dass sein Gegner ihm nicht lange mehrKühe lassen würde, immer neue dunkle Massen sah er auf denAbhängen von Talant und Fontaine erscheinen und sich nach vor-wärts zusammenschieben. Ein Hauptschlag schien geplant zu werden.Besonders schien Daix gefährdet. Kettler liess daher durch seinenOrdonnanz-Offizier, Lieutenant Bock, die bisher nordwestlich Changey,als Rückhalt gestandenen 10. und 12./21 unter Hauptmann Kaschsich nach dem bedrohten Dorfe in Marsch setzen und übertrug demOberst-Lieutenant v. Lobenthal die Leitung des Gefechts daselbst.Als Hauptmann Rasch mit seiner Spitze vor Daix angelangt war,ereilte ihn des Generals Befehl, die 12. Kompagnie nach dem rechtenFlügel südlich der grossen Strasse zu senden. Dort machte sichauch wieder Bewegung bei den geschlossenen Abtheilungen desBataillons Loste geltend, so dass eine Verstärkung geboten schien.Die 12. Kompagnie (Premier-Lieutenant Bensch) nahm ihre Auf-stellung zunächst in der Nähe der 5. Batterie, mit deren Deckungsie beauftragt wurde, und zwar in der Lücke zwischen ihr und der1./61 am Höhenrand. Hiermit standen gegen 4 Uhr im Ganzenauf preussischer Seite zum Gefecht in erster Linie entwickelt7 2 / 8 Kompagnien, zusammen höchstens 1600 Mann, davon dieHälfte auf dem rechten Flügel südlich Daix, die andere iu diesemDorfe. Als letzter Rückhalt stand 9./21 am Schnittpunkte desMeges nach Hauteville mit der grossen Strasse, 2'/2 km von derFeuerlinie entfernt. —
Gegen 3 £ schwiegen plötzlich die französischen Geschütze. 1 )Garibaldi hatte um 3!2 den Befehl zum Angriff auf der ganzenLinie ertheilt. Nur die beiden bei La Fillotte am Hause Briquet 2 )aufgefahrenen Zwölfpfünder setzten das Feuer fort und bestrichentheils die grosse Strasse der Länge nach, so dass auf ihr eiu Vor-gehen unmöglich war, theils warfen sie Granaten auf ChangeyFerme, hinter der die preussischen Rückhaltstruppen vermuthetwurden.
•3. Garibaldis Hauptangriff auf die Buttes Chaumont.
Bevor ich zur Betrachtung der Einzelheiten des HauptangriffsGaribaldis schreite, muss ich einige allgemeine Bemerkungen vor-ausschicken, zunächst die, dass es wegen der Verworrenheit undUnzuverlässigkeit vieler Berichte und Darstellungen, namentlich
0 Nach Ja. II 163, weil sich die beiden Schützenlinien so nahe ge-kommen wären, dass man anderenfalls Freund und Feind getroffen haben,würde. — 2 j Andere nennen das Haus Tavaux.