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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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und nach dem Kriegs-Tagebuch des Regiments No. 61 dar.Weyrach berichtet:')Etwa gegen 1 j 2 5 ging die ganze diesseitigeFeuerlinie vorwärts und ging der Feind langsam zurück, bis endlichnach 5 2 ) die 6. und 7./61 unter Hauptmann Kumme auf derGhaussee hinter dem rechten Flügel eintraf und sofort gegen Fillotteauf beiden Seiten der Chaussee vordrang. Auf das SignaldasGanze avanciren! brach nun die ganze Feuerlinie im Hurrah vor.Im Kriegs-Tagebuch 3 ) heisst es:Um 5 Uhr kommt Befehl zumAvanciren. Der Feind weicht nur langsam, die Uebermacht machtsich geltend ; er setzt sich hinter Mauern und Steinen, sein Schnell-feuer bringt uns viele Verluste. Um 1 / 2 7 Uhr 4 ) trifft II./61 mit6. und 7. Kompagnie ein. Ohne sich zu besinnen, geht 7. Kom-pagnie vor u. s. w. Dass gleichzeitig hiermit das Vorgehender in Daix stehenden Truppen stattfand, wird in General KettlersBericht nicht hervorgehoben, nach den übereinstimmenden Berichtendes Regiments und des II./21 fand das Vorgehen sehr baldnach dem Zurückwerfen der Garibaldiner aus Marions Park statt,welcher nach unserer Darstellung von 4 !£ bis 4 !2 zum letzten Maleangegriffen worden war.

Hiernach dürfte man nicht fehlen, wenn man den Vorgangso auffasst, dass sich etwa gegen 5 Uhr auf preussischer Seitedie Anschauung geltend machte, die Angriffskraft des Gegners wäregebrochen. Neue Vorstösse kamen nicht, das Feuer wurde ausMangel an Patronen matter, an einzelnen Stellen mögen sichAbtheilungen streckenweise zurückgezogen haben. Alle diese Um-stände werden einige preussische Gruppen oder Halbzüge zumVorgehen gegen die erkannten schwachen Stellen ermuntert haben;hier wich der Gegner, an anderen Punkten leistete er, gut gedecktund noch mit Schiessbedarf versehen, standhafteren Widerstand,der erneute Vorstösse nothwendig machte. Der linke garibaldinischePlügel südlich der grossen Strasse, der die Kerntruppen der BrigadeMenotti in sich schloss, und wo die allerdings sehr zusammen-geschossenen Reste der Legion Tanara durch 2 Kompagnien Ravelliund noch um 5 Uhr durch 2 Kompagnien Mobiles des AlpesMaritimes und 1 Franktireur-Kompagnie verstärkt worden waren,besass noch die grösste AViderstandskraft, so dass hier der rechte

L Kr. A. II. 2. - 2 ) Vgl. S. 214 Anm. 3. 3 ) Kr. A. K. I. 17J.4 ) Diese, von dem vorstehenden Bericht des Regiments völlig abweichendeZeitbestimmung lässt sich nur dadurch erklären, dass, wie schon erwähnt,die Kriegstagebücher meist erst weit nach den Ereignissen geschriebenworden sind.