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preussische Flügel nur langsam vorwärts kam, auch nachdem dieLegion Tanara bei eingebrochener Dunkelheit aus der Feuerliniehinter die Gehöfte von La Fillotte an die Strasse zurückgegangenwar. So war nach 42“ A. Premier-Lieutenant Boehmer mit dembisher als Rückhalt aufgestellten Zug der 1. Kompagnie, unterBesetzthaltung des Randes der Hochfläche durch die beiden anderen,in aufgelöster Ordnung in das Thal hinab vorgedrungen und hatte3 bis 400 Schritte weiter vorwärts eine Stellung genommen, inwelcher er ein so starkes Feuer erhielt, dass die Bewegung, nachdemer selbst, durch einen Kopfschuss verwundet, betäubt niedergesunkeuwar, hier zum Stehen kam.
Anders gestaltete sich die Lage nördlich der Strasse. InFolge der wiederholten, mit ausserordentlicher Tapferkeit aus-geführten, aber mit entsprechend grossen Verlusten verbundenenAngriffe auf Daix waren die Garibaldiner zu Schlacken ausgebranntund ohne Patronen; die Mobilen der 1. Brigade, welche durch denTod Bosaks, des durch seinen Feuereifer belebenden und beliebtenFührers, moralisch beeinträchtigt und daher minderwerthig gewordenwar, und die noch minderwerthigeren Mobilisirten vermochten einementschlossenen Vorgehen keinen ernstlichen Widerstand entgegen-zustellen, und so kam es, dass, als die Vertheidiger von Daix zurUeberzeugung gelangt waren, ein fernerer Angriff der Garibaldinersei nicht mehr zu erwarten, sie aus ihren Stellungen den Versuchmachten, vorwärts Boden zu gewinnen und ohne Mühe den Gegnervor sich zurückwarfen. Jedoch scheinen sich hierbei nicht sämmtliclieAbtheilungen, namentlich nicht die zu beiden Seiten der Dorfstrassestehenden (3./61 u. a.), betheiligt zu haben; auch HauptmannRasch 21. Regiments, welchem die Führung über die Vertheidigerin der südlichen Umfassung übertragen worden war, erwähnt vomVorgehen nach Fontaine kein Wort. Die grössere Zahl aber warfsich unter Führung des Majors v. Kornatzki und des Hauptmannsv. Koschembahr, auf dem linken Flügel unter Premier-LieutenantGraf Prebentow — welcher, mit dem Degen auf den Feind weisendund seine Schützen mit sich fortreissend, hierbei die Todeswundeempfing — mit Hurrah auf die vorderste Linie der BrigadeCanzio und die 1. Brigade, welche den Stoss nicht aushielten undauf Fontaine zurückwichen. Die Preussen folgten so schnell, alses die Weinbergsmauern, die Hecken und Drahtzäune, zuletzt dieSchützengräben und der hier und da noch geleistete Widerstandgestatteten und erreichten den Grund unmittelbar westlich vonFontaine, ungefähr da, wo die Wege von Dijon, Talant, Daix und