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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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den äussersten linken Flügel Garibaldis im Ouchethal eine Ab-lenkung versuchenden Kräfte.

Um 612 A. schickte Bordone an den Kriegs-Minister folgendeDrahtmeldung ab:')Kampf begonnen 7 Uhr Morgens aufunserer Linken, dauert fort. Feind verlässt Stellung mit mehrerendemontirten Geschützen. Wir schlafen auf seinen Stellungen.Alle gefangenen Pommern sind von den Truppenkörpern, die ichIhnen heute morgen bezeichnet habe. Meine Verluste sind ernstlich,die des Feindes sehr beträchtlich.

Mit dieser Botschaft versöhnte er Freycinet vollständig unddieser versicherte ihn seines wiedergewonnenen Vertrauens.

Mehr der Wahrheit entsprach, wenigstens im allgemeinenTheil, Pellissiers Depesche an seine Vorgesetzten u. a. von 12 22nach Mitternacht:

Gefecht durch die Nacht unterbrochen, wird sicherlich beiTagesanbruch wieder aufgenommen werden; haben alle unsereStellungen gehalten, aber den Feind nicht aus den seinen vertrieben(dölogö); Gewehrfeuer hört man noch von Zeit zu Zeit. I. undIII. Bataillon Legion Mäcon, I. Bataillon Legion Chälon sind imGefecht gewesen, von den Colonels Landremont, Cornille undCommandant Coulon geführt, haben sich gut benommen und dieBilligung Aller, die sie gesehen haben, verdient u. s. w. i) 2 )

Allmählich kam man in der Präfektur von Dijon zur Ruhe.Die Offiziere des Hauptquartiers der Vogesenannee, soweit sie nichtauf Ronde unterwegs waren, lagen im grossen Saale, in ihreMäntel gehüllt, auf dem Fussboden; Bordone wälzte sich miteinigen Auderen im breiten Bette der Kaiserin Eugenie: 3 )da wurde er gegen 11 Uhr durch die Meldung erweckt, eineAbordnung wünsche Garibaldi zu sprechen. Bordone weigertesich anfangs, den General aus seiner so nothwendigen Ruheaufzustören; aber die Sache wurde so dringlich dargestellt, dassGaribaldi geweckt werden musste. Es war der mit dem Aufträge desOberst-Lieutenants Weyrach betraute Abgesandte, 4 ) welcher zunächstzum Maire Dubois gegangen war und diesen durch die Mittheilung,dass die Preussen im Besitz Talants und vielleicht auch Fontaineswären, in grosse Aufregung versetzt hatte. Der Maire holteden Präfekten und den General Pellissier, von einem Theile des

i) Per. II. 717 No. 779. 2 ) Ebd. 723 No. 989. 3 ) Bo. 331.

Nach Bo. 332 ein Notar aus Messigny, nach Mem. 475 und Mar. 223

ein Mitglied des Munizipalraths von Dijon, nach Ja. II. 168 BürgerNamens Jacquinot und Geoffray nebst Sohn, nach Bel. 110 die Vikare

der Notre-Dame-Kirche Geoffray und Perriu.