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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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Munizipalrathes und des Magistrats begleitet. i) * * 4 * * * ) Alle begaben sichzu Garibaldi und beschworen ihn, die Stadt zu räumen, um einfurchtbares Blutvergiessen zu vermeiden. Dieser las den demAbgesandten eingehändigten preussischen Geleitschein und fragte,ob er ihm noch weiteres zu sagen hätte. Auf die verneinende Ant-wort bemerkte Garibaldi:Gut, Sie können wieder zurückgehen,um Ihr gegebenes Wort zu halten. Sagen Sie dem, der Ihnendiesen Geleitschein zugestellt hat, dass ich ihn erwarte und dass,wenn er nicht kommt, ich ihn aufsuchen werde. General Bordone,lassen Sie den Herrn bis zu den Vorposten geleiten. Sie, meineHerren, können sich schlafen legen. 8 )

Von der Mittheilung Bizzonis 3 ), dass Garibaldi insbesondereGeneral Pellissier wegen seiner Betheiligung bei dieser Abordnungsehr scharf angelassen habe, erwähnt Bordone nichts, wenngleichman den schweren Vorwurf, den er jenem wegen seiner Betheiligungmacht, zwischen den Zeilen lesen kann. Pellissier dagegen stelltbestimmt in Abrede 4 ), dass die Abordnung Garibaldi zur Ueber-gabe von Dijon habe auffordern wollen: der Bürgermeister habeErsterem vielmehr zwei Vikare der Xotre-Dame-Kirche zugeführt,welche von preussischen Offizieren mit dem bekaunten Auftragnach Dijon zurückgeschickt wären. Er habe deren Pesthaltung alsverdächtig wegen ihres Verkehrs mit dem Feinde bis auf Weiteresangeordnet gehabt und den Maire und seine Begleiter als Zeugenmit zu Garibaldi genommen, damit er aus ihrem eigenen Mundedie Anwesenheit feindlicher Streitkräfte in unbekannter Stärkezwischen der Stadt und den französischen Stellungen zu Talantund Fontaine erführe und veranlasst würde, die äusseren Truppenzur Vermeidung von Irrthümern und deren misslichen Folgen davonzu benachrichtigen. Pellissier erklärt, dass Garibaldi, in vollerWürdigung dieser Mittheilung, seinem Sohn Menotti befohlen habe,Streifen zur Benachrichtigung der einzelnen Befehlshaber vor-zuschicken.

Die Namen und die Standesangaben der Unterhändler weichenin den verschiedenen französischen Darstellungen so sehr von ein-ander ab, dass es in Anbetracht dessen, dass in den deutschenAkten über derartige Verhandlungen nicht das Geringste erwähnt

i) Mem. 475. 2 ) Bo. 332. Nach Mittheilung des Augenzeugen

Colonels Tanara an Beghelli (Be. 340) lautete Garibaldis Bescheid pei

weitem deutlicher:Meine Herren, wenn Sie Weiber, Kinder und Feig-

linge haben, so bringen Sie sie in die Keller; denn ich kündige Ihnen an,

dass ich Dijon Haus für Haus, Fenster für Fenster vertheidigen werde

und ich werde Ihnen zeigen, wie man für das Vaterland kämpfen

muss! 3 j Bei M ar. 223. 4 ) Bel. 110.