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1. Halbzuges des 1. Zuges unter Lieutenant Neitzke verlängern ;mit diesem ging er selbst, nunmehr vom Pferde gestiegen, scharfhalbrechts zur Umfassung des Dorfes in seiner linken Seite vor;.auf etwa ICO Schritt folgte der Rest der Kompagnie, welcher nurvon Zeit zu Zeit nach Einnahme weiterer Weingärten hinter ihrenMauern einige Minuten zum Verschnaufen halten blieb. Da eineetwa 40 Mann starke französische Abtheilung im Weichen sichnach einem am äussersten westlichen Ende der Nordumfassung ge-legenen einzelnen, von Mauern umgebenen Hause gezogen hatteuud von da den rechten Elügel der 9. Kompagnie sehr belästigte,so wandte sich Hauptmann Baudach mit dem Halbzug des Lieute-nants Neitzke nach dieser Richtung, erkannte aber bald, dass dieEntfernung sich als grösser erwies, als zuvor abzuschätzen warund dass ein weiteres Vorgehen ihn übermässig von dem Haupt-angriffspunkt entfernen und den Angriff zersplittern würde. Alssich daher die feindlichen Schützen in das Haus selbst zurück-zogen, beschloss Hauptmann Baudach, dasselbe zunächst unberück-sichtigt zu lassen und nach links wieder den Anschluss an dieübrigen Theile der Kompagnie zu suchen; zu diesem Ende liesser den 2. Halbzug des 1. Zuges nach links ausschwärmen.
Der zweite Zug unter den Lieutenants Schulz und Freyerhatte das Rechtsziehen der Kompagnie nicht mitgemacht, sondernwar geradeaus im Vorgehen geblieben und hatte sich fechtenddurch die Weinberge bis gegen die vorspringende Nordspitze desDorfes vorgearbeitet, gegen welche er im lockeren Anschluss anden rechten Flügel der 11. Kompagnie im lebhaften Feuergefechtliegen blieb. Hauptmann Baudacli erreichte mit seinem rechtenFlügel endlich die eigentliche Dorfumfassung und wurde von einemvernichtenden, sehr grosse Verluste bereitenden Schnellfeuer em-pfangen. Die Füsiliere aber bemächtigten sich des nächsten Ge-höftes und drangen nun, dem weichenden Gegner unter fort-währendem Kampfe folgend, von einem Gehöft des nördlichenDorftheils zum andern, über die Verbindungsmauern und Zäunehinweg in östlicher Richtung gegen die — von Nordost nach Süd-west auf die Kirche zu führende — Dorfstrasse vor, in welcheHauptmann Baudach, Lieutenant Neitzke und ein grosser Theilder Kompagnie von einer hohen Grenzmauer hinabsprangen. Hiererhielten sie auf allerkürzeste Entfernung (15 bis 20 Schritt) an-haltendes Feuer, dem eine Anzahl Füsiliere zum Opfer fiel, darunterschwer verwundet Feldwebel Munck, zuletzt Führer des ebenfallsinzwischen fast ganz aufgelösten Schützenzuges, nachdem bei dem