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italienischen Freiwilligen: so hatte das Bataillon Ciotti von 14 Offi-zieren 9 verloren und einige Kompagnien des Bataillons Erbaschmolzen auf 25 bis 30 Mann zusammen. 1 )
Der erste Gefechtstag vor Dijon war für die preussischenWaffen, wenn er auch in taktischer Beziehung kein voller Erfolgwar, — insofern es dem General Kettler nicht gelungen 'war, seinemAufträge gemäss, Dijon zu besetzen, — doch in strategischer Hin-sicht von weittragender Bedeutung. Dadurch dass Kettler Dijonvon zwei Seiten energisch angriff, versetzte er das garibaldinischeHauptquartier — im Hinblick auf die schwache preussische Artillerieunbegreiflicher Weise! — in den festen Glauben, sehr bedeutende,auf ein Armeekorps geschätzte Streitkräfte vor sich zu haben undbestärkte in ihm die — gleichviel ob wirkliche oder dem Kriegs-Ministerium gegenüber später vorgeschützte — Ueberzeugung, Dijonmit allen Kräften festhalten zu müssen und zu anderen Unter-nehmungen keine verfügbar zu haben. Wie hoch der Oberbefehls-haber der Südarmee, General v, Manteuffel, den Erfolg des GeneralsKettler anschlug, geht aus seinem Schreiben vom 23. Januar ausdem Hauptquartier Pesmes hervor, welches er nach Eingang deroben angeführten Meldung des Majors v. Schon über das Gefechtvon Messigny und die nicht erfolgte Einnahme von Dijon an GeneralKettler erliess. Darin heisst es:
„Von Euer Hochwohlgeboren liegt bis jetzt noch keine direkteMeldung über die Resultate der Unternehmung auf Dijon vor; in-direkte Nachrichten aber lassen vermuthen, dass stärkere feindlicheStreitkräfte die Okkupirung der genannten Stadt Ihnen jetzt nochverwehren. In diesem Falle hat Euer Hochwohlgeboren Offensiveauf Dijon dennoch schon jetzt das Resultat erzielt, die Anwesenheitdes Feindes daselbst konstatirt, grössere Kräfte von der Armee ab-gezogen und letztere dadurch befähigt zu haben, ihre Offensivegegen die feindliche Hauptarmee ohne Nebenrücksichten und ohneweitere Kraftzersplitteruug fortsetzen zu können . . . .“ 2 )
Manteuffel hatte Recht. Denn auf den Kriegs - Delegirtende Freycinet machte der Angriff auf Dijon einen so tiefen Eindruckdass er geneigt war, den zeitigen Schwerpunkt der Lage an dieserStelle zu erblicken. Er theilte daher Abends 11!2 3 ), nachdem erauf das anscheinende Bestreben des Feindes, die Eisenbahnverbindungder Ostarmee mit Lyon und Dijon abzuschneiden, hingewiesen, anBourbaki mit: „Er scheint zu Dijon zurückgewiesen zu sein, aberer hat sich Döles bemächtigt und marschirt zweifellos auf Are et
>) B. 240. — 2; Kr. A. F. HI. 5 1 - S. 349. - 3 ) Per. H. 721 No. 7288.
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